Politik

Zwischen Kolumbien und Venezuela Säbelrasseln in Südamerika beigelegt

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Solche Bilder soll es künftig von der kolumbianisch-venezolanischen Grenze nicht mehr geben: Grenzpolizisten beider Länder stehen sich vor rund vier Wochen am Grenzzaun gegenüber.

(Foto: REUTERS)

Die Staatschefs Venezuelas und Kolumbiens wenden eine ernste Krise zwischen den Ländern ab und setzen dem Säbelrasseln an der Grenze ein Ende. Auch im jahrzehntelang geführten kolumbianischen Bürgerkrieg gibt es eine neue Chance auf Frieden.

Im Grenzkonflikt zwischen Kolumbien und Venezuela haben sich die Staatschefs der beiden südamerikanischen Länder auf eine Normalisierung ihrer Beziehungen verständigt. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro hätten bei einem Treffen in Ecuadors Hauptstadt Quito eine "schrittweise Normalisierung" an der gemeinsamen Grenze vereinbart, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

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Die Staatschefs Venezuelas, Uruguays, Ecuadors und Kolumbiens, Nicolas Maduro, Tabare Vasquez, Rafael Correa und Juan Manuel Santos (v.l.) demonstrieren Einigkeit.

(Foto: dpa)

Die Botschafter beider Länder sollten sofort in die Hauptstadt des jeweiligen Nachbarlandes zurückkehren, hieß es weiter. Es war das erste Treffen von Santos und Maduro seit Beginn der Krise. Sie wurden von ihren Außenministern nach Quito begleitet.

Nach einem gewaltsamen Zwischenfall, den die sozialistische Regierung in Caracas kolumbianischen Paramilitärs anlastete, hatte Venezuela Mitte August einen ersten Teil seiner gut 2200 Kilometer langen Grenze zu Kolumbien dichtgemacht. Später wurden weitere Grenzabschnitte geschlossen. Ende August riefen beide Länder ihre Botschafter im jeweils anderen Land zu Konsultationen zurück.

Aufruf der Farc an den Papst

Im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Kolumbien waren zuletzt verstärkt Guerilleros, Paramilitärs, Drogenhändler und Schmuggler aktiv. Wegen deutlich niedrigerer Preise werden aus Venezuela Benzin und Lebensmittel nach Kolumbien geschmuggelt. Maduro verurteilte die Aktivitäten als einen "Angriff auf Venezuelas Wirtschaft". Nach der Grenzschließung hatten die venezolanischen Behörden mehr als 1500 kolumbianische Bewohner abgeschoben. Mehr als 18.000 weitere flüchteten aus eigenem Antrieb aus Venezuela.

Auch in die Beilegung des kolumbianischen Bürgerkrieges zwischen Farc-Rebellen und der Regierung ist Bewegung gekommen. Zuletzt hatten die kolumbianischen Rebellen Papst Franziskus dazu aufgefordert, bei der Friedenssuche in Kolumbien zu helfen. "Wir bitten darum, dass Papst Franziskus den Friedensprozess in Kolumbien weiter verstärken möge", teilten die Rebellen in einem Kommuniqué mit.

Sie forderten ein Bekenntnis aller an dem Konflikt Beteiligten, das Blutvergießen für immer zu beenden. Seit 2012 verhandeln die linken Guerillagruppe und die kolumbianische Regierung in Kubas Hauptstadt Havanna über eine Beilegung des jahrzehntelangen Konflikts. Ein Treffen mit dem Papst während seiner Kuba-Reise hatte der Vatikan abgelehnt.

So wenig Kämpfe wie seit 40 Jahren nicht mehr

In einem Angelus-Gebet hatte sich Franziskus aber in Havanna dem Konflikt gewidmet. "Wir sind nicht berechtigt, uns ein weiteres Scheitern auf diesem Weg des Friedens und der Versöhnung zu erlauben", sagte der Argentinier. Ein dauerhafter Frieden in dem Andenstaat sei notwendig und wichtig.

Fast drei Jahre nach Beginn der Friedensgespräche wird die schrittweise Deeskalation auch für die Menschen in dem südamerikanischen Land spürbar. Es gebe so wenig Kämpfe wie seit 40 Jahren nicht mehr, teilte das Zentrum für Konfliktanalyse (Cerac) mit. Die Farc hatten am 20. Juli eine einseitige Waffenruhe ausgerufen, das Militär stellte daraufhin die Luftangriffe ein. Auch die Gewalt seitens krimineller Organisationen und Paramilitärs habe nachgelassen. Die kleinere Guerillagruppe ELN hingegen habe ihre Angriffe zuletzt verstärkt.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/AFP

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