Politik

Innenminister erhebt Vorwürfe Salvini meldet Flüchtlinge als verschwunden

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Italiens Innenminister Salvini lässt kaum noch Flüchtlinge ins Land.

(Foto: imago/Independent Photo Agency)

Tagelang harren 144 Flüchtlinge an Bord des Rettungsschiffs "Diciotti" aus, weil Italiens Innenminister Salvini sie zunächst nicht an Land gehen lässt. Dieser behauptet nun, dass 50 der Geflüchteten verschwunden seien - und zweifelt deren Fluchtursachen an.

Von den 144 von dem Schiff "Diciotti" in Italien an Land gegangenen Flüchtlingen sind nach Angaben des italienischen Innenministers Matteo Salvini 50 untergetaucht. Sie seien spurlos aus Aufnahmeeinrichtungen verschwunden, schrieb Salvini bei Twitter.

Die Flüchtlinge hätten "so sehr Bedarf an Schutz, einem Dach über dem Kopf und einer Decke gehabt, dass sie entschieden zu gehen und zu verschwinden", schrieb Salvini. "Das ist die x-te Bestätigung, dass diejenigen, die in Italien ankommen, keine Skelette sind, die vor Krieg und Hunger fliehen", schrieb der Minister der fremdenfeindlichen Lega-Partei.

Die überwiegend aus Eritrea stammenden Flüchtlinge waren Mitte August von dem Küstenwachenschiff "Diciotti" aufgenommen worden. Salvini verweigerte den Menschen jedoch zunächst, an Land zu gehen. Die Menschen harrten deshalb zehn Tage lang an Bord aus.

Vor der Südküste Spaniens wurden derweil die Leichen von fünf Flüchtlingen geborgen, wie ein Sprecher der Rettungskräfte sagte. Die Leichen seien bei einer Rettungsaktion für ein zwischen Spanien und Marokko in Seenot geratenes Boot geborgen worden. Dort waren in den vergangenen Tagen Hunderte Flüchtlinge gerettet worden.

Spanien hat Italien inzwischen als Hauptankunftsland für Migranten in der EU abgelöst, da die neue rechtspopulistische Regierung in Rom kaum noch Bootsflüchtlinge ins Land lässt. Zudem scheinen die libyschen Behörden verstärkt gegen Schlepper vorzugehen. Viele Migranten weichen deshalb in die Nachbarländer Algerien und Marokko aus, um von dort aus die Überfahrt nach Spanien zu wagen.

Quelle: n-tv.de, psa/AFP