Politik

Trumps Vize ausgebuht Schauspieler richten direkte Worte an Pence

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Vor dem Richard Rodgers Theater, in dem das Musical "Hamilton" gegeben wird, demonstrieren mehrere Menschen gegen den künftigen US-Vizepräsidenten Mike Pence.

(Foto: AP)

Beim Besuch eines Musicals in New York appellieren die Schauspieler an den künftigen US-Vizepräsidenten Mike Pence, die amerikanischen Werte zu bewahren. Die Zuschauer hingegen behandeln Pence weniger höflich.

Mit einem ungewöhnlichen Aufruf zur Versöhnung hat sich die Besetzung des Broadway-Musicals "Hamilton" an den künftigen US-Vizepräsidenten Mike Pence gewandt, nachdem dieser beim Besuch der Show ausgebuht worden war. "Wir heißen Sie willkommen und danken Ihnen, dass sie hier sind", hieß es in einer Erklärung, die der Schauspieler Brandon Victor Dixon nach dem Ende der Show am Freitagabend in New York verlas.

Dann fuhr er fort: "Wir sind das vielfältige Amerika, das alarmiert und besorgt ist, dass Ihre neue Regierung uns, unseren Planeten, unsere Kinder und Eltern nicht beschützen wird oder uns nicht verteidigen und unsere unveräußerlichen Rechte nicht aufrechterhalten wird." Das Musical behandelt die Gründungsgeschichte der Vereinigten Staaten und den Beitrag der Einwanderer zum Aufbau des Landes. Die Mitglieder der Crew sind unterschiedlicher Hautfarbe, Herkunft und sexueller Orientierung.

Pence verließ den Raum

"Wir hoffen wirklich, dass diese Show Sie dazu inspiriert hat, die amerikanischen Werte aufrechtzuerhalten und für die Belange von uns allen einzutreten. Von uns allen", sagte Dixon, der selbst schwarz ist. Pence war bei der Ankunft im Richard Rodgers Theater in New York am Freitagabend von Zuschauern ausgebuht worden. Zwar verließ er den Saal, als Dixon damit begann, die Erklärung zu verlesen - der "New York Times" zufolge bekam er aber vom Foyer aus das gesamte Statement mit.

Der Hauptdarsteller des Musicals, Javier Muñoz, ist homosexuell und geht auch offen mit seiner HIV-Infektion um. Pence, der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Indiana, gilt als sozialkonservativ. Das Hip-Hop-Musical um Alexander Hamilton, den ersten Finanzminister der Vereinigten Staaten, hat in den USA einen beispiellosen Hype ausgelöst. Es gewann elf Musicalpreise "Tony", einen Grammy sowie den Pulitzerpreis und spielt pro Woche etwa zwei Millionen Dollar ein. Das Stück gilt auch als revolutionär, weil die Geschichte der US-Gründerväter nahezu ausschließlich mit farbigen Darstellern besetzt ist.

Quelle: ntv.de, vck/AFP/dpa

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