Politik

Zahl könnte sich vervielfachen Schon 27.500 Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland

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Bislang kommen viele der eintreffenden Flüchtlinge bei Privatleuten unter.

(Foto: REUTERS)

Die russischen Angriffe treiben die Menschen zu Tausenden aus der Ukraine. Auch in Deutschland kommen viele von ihnen an, offiziell liegt die Zahl schon bei mehr als 27.000. Die Zahl könnte sich noch vervielfachen, schätzt die Internationale Organisation für Migration.

Die Bundespolizei hat in Deutschland bislang 27.491 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine registriert. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Zugleich wies er darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine deutlich höher sein könnte, da die Daten der Bundespolizei auch wegen nicht existierender Grenzkontrollen nur einen Teil der Geflüchteten abbilden würden. "Da keine Grenzkontrollen stattfinden, kann die Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge tatsächlich bereits wesentlich höher sein", hieß es dazu.

Nach Einschätzung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) könnten bis zu 225.000 Kriegsvertriebene aus der Ukraine in Deutschland Schutz suchen. Das gehe aus einem internen Papier der Bundesregierung hervor, berichtet der "Spiegel". Demnach rechnet die Organisation damit, dass insgesamt bis zu 1,7 Millionen Flüchtlinge die Ukraine wegen des Angriffs Russlands auf das Land verlassen werden.

Andere Schätzungen liegen noch deutlich höher. Nach UN-Angaben waren wegen des russischen Angriffskriegs allein bis Freitag mehr als 1,2 Millionen Menschen geflohen. Das Flüchtlingshilfswerks UNHCR schätzt laut "Spiegel", dass bis zu vier Millionen Menschen die Ukraine verlassen könnten.

Hilfe bei "massenhaftem Zustrom"

Ein Großteil der Vertriebenen sucht in den Nachbarländern Polen, Ungarn, Slowakei, Rumänien und Moldau Schutz. Die deutsche Bundespolizei zählte bis Freitag rund 18.400 in Deutschland ankommende Ukraine-Flüchtlinge, zumeist Frauen und Kinder. Weil für die Einreise kein Visum erforderlich ist und keine systematische Registrierung an den Grenzen erfolgt, dürfte die tatsächliche Zahl jedoch höher liegen.

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Die Zahl der Menschen, die aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine fliehen, wird den Angaben zufolge seit dem Beginn der russischen Angriffe am 24. Februar erfasst. Allein in Polen schätzt das Flüchtlingshilfswerks UNHCR die Zahl der ukrainischen Geflüchteten bis vergangenen Donnerstag auf knapp 650.000.

Die EU hatte in dieser Woche die Voraussetzungen für einen schnellen und unkomplizierten Schutz der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine geschaffen. Einen entsprechenden Beschluss dazu hatten die EU-Staaten am Freitag einstimmig angenommen. Damit tritt erstmals eine Richtlinie für den Fall eines "massenhaften Zustroms" von Vertriebenen in Kraft. Der Schutz für die Menschen aus der Ukraine gilt zunächst für ein Jahr, kann jedoch um insgesamt zwei weitere Jahre verlängert werden. Ein langwieriges Asylverfahren ist damit nicht nötig. Zudem haben die Schutzsuchenden unmittelbar unter anderem das Recht auf Sozialleistungen, Bildung, Unterkunft sowie auf eine Arbeitserlaubnis.

Quelle: ntv.de, sba/dpa/AFP

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