Politik

Entscheidung in zwei Wochen Söder sieht Oktoberfest "sehr skeptisch"

Das Oktoberfest steht erst in fünf Monaten im Terminkalender. Dass das weltgrößte Volksfest tatsächlich stattfinden kann, ist aber so gut wie ausgeschlossen. In zwei Wochen wollen Bayerns Ministerpräsident Söder und Münchens Oberbürgermeister Reiter endgültig entscheiden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist "sehr, sehr skeptisch", ob das Münchner Oktoberfest in diesem Jahr stattfinden kann. Er werde zusammen mit Oberbürgermeister Dieter Reiter in den nächsten zwei Wochen eine Entscheidung treffen, sagte Söder bei einer Pressekonferenz in München. Reiter sehe die Lage aber ähnlich wie er.

Zum Oktoberfest kommen jedes Jahr mehrere Millionen Gäste aus dem In- und Ausland. Dieses Jahr soll es eigentlich vom 19. September bis 4. Oktober dauern. Dafür müsste bereits Anfang Juli der Aufbau der riesigen Festzelte beginnen, in denen zehntausend Menschen Platz finden - und die sich erfahrungsgemäß gegenseitig mit der "Wiesn-Grippe" anstecken: Spätestens ab dem zweiten Oktoberfestwochenende registrieren die Münchner Ärzte vermehrt Patienten mit Erkältungssymptomen.

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Stattdessen stellt Söder in Aussicht, dass im Mai wieder Gottesdienste in Bayern stattfinden könnten. Der Landeschef gab außerdem bekannt, dass Bayern die Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung des Coronavirus minimal lockert. Künftig ist im Freien auch der Kontakt zu einer Person außerhalb des eigenen Hausstands erlaubt. Mit dieser Änderung schwenkt der Freistaat auf die bundesweit vorherrschende Linie ein.

Urlaub nur im Inland?

Bei der Öffnung kleinerer Geschäfte bis 800 Quadratmeter folgt die bayerische Regierung den bundesweiten Plänen dagegen nicht. Buchhandlungen und Autohäuser dürfen erst ab 27. April öffnen, und damit eine Woche später als andere Bundesländer, sagte Söder. Davon ausgenommen seien Baumärkte und Gärtnereien, die bereits ab kommenden Montag wieder verkaufen dürften. Für Restaurants und Hotels gebe es "auf absehbare Zeit" keine Aussicht, den Betrieb aufzunehmen. Es gebe "eine kleine Hoffnung", dass dies zu Pfingsten wieder möglich sein werde.

Noch pessimistischer ist Söder, was einen Sommerurlaub im Ausland angeht. Dies gebe die Situation in den klassischen Urlaubsländern Spanien, Italien, Frankreich oder die Türkei nicht her, sagte er. Davon könnte dann aber die heimische Gastronomie und Hotellerie profitieren: Sie werde - so erlaubt - in diesem Sommer wohl "einen ziemlichen Run" erleben, erklärte Söder. Dann seien "möglicherweise manche Verluste, die jetzt stattfinden, vielleicht aufholbar".

Quelle: ntv.de, chr/rts/DJ