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Seelische Folgen von Abtreibung Spahn bekommt für Studie Millionen Euro extra

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Spahn möchte die seelischen Folgen von Abtreibungen untersuchen lassen.

(Foto: AP)

Die SPD spricht von "Unsinn", doch Bundesgesundheitsminister Spahn lässt sich nicht beirren. Für eine Studie zu den Folgen von Abtreibungen soll sein Haus in den nächsten Jahren fünf Millionen Euro zusätzlich bekommen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erhält für eine umstrittene Studie zu den seelischen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen einem Zeitungsbericht zufolge fünf Millionen Euro extra aus dem Bundeshaushalt. Dies berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach soll sich die Regierung "in einer geheimen Nebenabsprache" darauf geeinigt haben, dass das Gesundheitsministerium für die Durchführung der Studie in den Haushaltsjahren 2020 bis 2023 jeweils 1,25 Millionen Euro zusätzlich bekommt.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post kritisierte die Finanzspritze. Es sei "ein Skandal, für solchen Unsinn Millionen auszugeben", sagte er der "BamS". Auch Familienministerin Franziska Giffey lehnte die Studie bisher ab. Am vergangenen Sonntag sagte sie bei "Anne Will": "Ich halte von dieser Studie nichts." Oft genug sei festgestellt worden, dass psychische Probleme nicht von Abtreibungen allein, sondern von der Stigmatisierung der Frauen und vorherigen psychischen Belastungen kämen.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch die Lockerung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche auf den Weg gebracht. Die im Kabinett beschlossene Reform des Strafrechtsparagrafen 219a sieht vor, dass Ärzte, Krankenhäuser und Einrichtungen künftig darüber informieren dürfen, dass sie Abtreibungen vornehmen. Außerdem soll es eine von der Bundesärztekammer geführte Liste mit Ärzten geben, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten.

Fünf Millionen aus dem Steuertopf

Die Union war anders als die SPD für die Beibehaltung des Werbeverbots für Abtreibungen. Die Vorsitzenden von CDU und CSU, Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Söder, hatten deshalb angekündigt, den Gesetzentwurf genau prüfen zu wollen. Spahn hielt zudem an seinem umstrittenen Vorhaben fest, eine Studie zu den seelischen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen erstellen zu lassen.

Laut einer US-Langzeituntersuchung, die 2016 endete, gibt es keine weitreichenden Folgen. Bei der Studie mit 956 Teilnehmerinnen verglichen Wissenschaftler das psychologische Befinden von Frauen, die abgetrieben hatten, mit dem Befinden von Frauen, denen eine Abtreibung verweigert worden war. Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass es langfristig keinen Unterschied zwischen den Gruppen gab.

Quelle: n-tv.de, ghö/AFP

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