Politik

Nach Rückzug von Merkel Spahn und AKK streben CDU-Vorsitz an

Spahn und AKK.jpg

Sowohl Jens Spahn als auch Annegret Kramp-Karrenbauer bringen sich als CDU-Vorsitzende ins Spiel.

dpa/Roland Weihrauch/Carsten Koall

Bundeskanzlerin Merkel kandidiert nicht mehr für den CDU-Parteivorsitz. Als mögliche Nachfolger bringen sich sowohl Friedrich Merz als auch Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn ins Spiel.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer wird beim CDU-Parteitag in Hamburg als Nachfolgerin der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel kandidieren. Das kündigte die Saarländerin in der Sitzung des CDU-Vorstands in Berlin an. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte nach Angaben von Merkel seine Kandidatur für das Amt des Bundesvorsitzenden.

Zuvor hatte CDU-Chefin Merkel nach den massiven Stimmenverlusten ihrer Partei bei der Landtagswahl in Hessen sowie schlechten Umfragewerten ihre Bereitschaft erklärt, auf den Parteivorsitz zu verzichten. Merkel ist seit 18 Jahren CDU-Chefin und seit 13 Jahren Kanzlerin. Bisher hatte sie immer betont, dass beide Ämter für sie zusammengehörten. Nach Ende der bis 2021 laufenden Wahlperiode will die 64-Jährige auch nicht erneut für den Bundestag kandidieren. Auch in Brüssel - etwa in der Europäischen Union - wolle sie keine Ämter übernehmen. In der auf das Präsidium folgenden Sitzung des CDU-Vorstands applaudierten die Mitglieder Merkel nach Teilnehmerangaben im Stehen für die Verzichtsankündigung.

Für den Vorsitz kandidieren will neben Kramp-Karrenbauer und Spahn auch der frühere Unionsfraktions-Vorsitzende Friedrich Merz. Das erfuhr die dpa aus dem Umfeld des Politikers. Der 62-jährige Jurist war von 2000 bis 2002 Fraktionschef der Union - bis Merkel ihn von dem Posten verdrängte. Merz gilt nach wie vor als ein Kopf der Konservativen in der Partei, was die Zusammenarbeit mit der SPD erschweren könnte.

Die SPD-Spitze setzte der Union eine Frist bis Dezember zur Klärung der innerparteilichen Konflikte und für Vorschläge zur Verbesserung der Regierungsarbeit. "Die Regierungsarbeit ist durch Konflikte innerhalb der Union in den letzten Monaten stark belastet", heißt es in einem Beschluss des SPD-Präsidiums. Es müsse erkennbar werden, wie die Union ihre inhaltlichen und personellen Konflikte so lösen wolle, dass die Regierungsarbeit nicht weiter negativ berührt werde. Auch bei den Sozialdemokraten rumort es angesichts der gewaltigen Einbußen - Parteichefin Andrea Nahles schloss einen Rücktritt aber aus.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

Mehr zum Thema