Politik

Schlacht um Provinzstadt Hassaka Syrische Armee und IS kämpfen heftig

2015-06-05T113723Z_592573993_GF10000118073_RTRMADP_3_SYRIA-CRISIS-TURKEY-REFUGEES.JPG257415247346033513.jpg

Wegen der Kämpfe in Hassaka fliehen immer mehr Syrer in die Türkei. Dort erwartet sie die Grenzpolizei der Provinz Şanlıurfa.

(Foto: REUTERS)

Für den IS bedeutet die Eroberung von Hassaka einen Brückenschlag zwischen seinem Gebiet im Irak und in Syrien. Obwohl die syrische Armee die direkte Konfrontation meist vermeidet, kämpft sie hier um jeden Preis - mit ihren "bewährten" Mitteln.

Die syrische Armee hat sich bei Hassaka heftige Kämpfe mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) um die Kontrolle der Provinzhauptstadt geliefert. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bombardierte die Armee rund um die Stadt im Nordosten des Landes Stellungen der Dschihadisten aus der Luft und setzte auch Fassbomben ein. Die Dschihadisten rückten dennoch weiter auf Hassaka vor, das teils von der Armee und teils von kurdischen Milizen kontrolliert wird.

Die syrische Nachrichtenagentur Sana zitiert einen Armeesprecher, das Militär greife aus der Luft an, um "Ausrüstung der IS-Terroristen" zu zerstören. Die Dschihadisten hatten ihren Angriff auf Hassaka am vergangenen Samstag gestartet. Seither drangen sie unter Einsatz von Selbstmordattacken und Granatbeschuss bis an den südlichen Stadtrand vor. Bei den Kämpfen wurden laut der Beobachtungsstelle bereits mindestens 71 Kämpfer der Regierung und 59 IS-Anhänger getötet.

Elf der Dschihadisten starben demnach beim Einsatz von Autobomben, einer Selbstmordwaffe, derer sich der IS besonders häufig bedient. Die Einnahme Hassakas wäre die zweite Eroberung einer Provinzhauptstadt durch die IS-Miliz, nachdem diese im nordsyrischen Rakka ihre Hauptstadt eingerichtet hatte. Für Präsident Baschar al-Assad wäre es zudem der dritte Verlust einer Provinzhauptstadt, nachdem im März Idlib im Nordwesten des Landes an andere Aufständische fiel.

Ein örtlicher Aktivist sagte Reportern, der Strom in Hassaka sei mittlerweile ausgefallen. Die Dschihadisten hatten zuvor eine Reihe strategisch bedeutender Stellungen erobert, darunter ein Gefängnis und ein Kraftwerk. Die Beobachtungsstelle teilte mit, kurdische Milizen beteiligten sich derzeit nicht an Gefechten mit dem IS in Hassaka, da sie in anderen Teilen der Provinz gegen die Islamisten kämpften. Die regierungsnahe Zeitung "Al-Watan" kritisierte die Kurden dafür, der Armee nicht zur Hilfe zu kommen..

Quelle: n-tv.de, nsc/AFP

Mehr zum Thema