Politik

Kita-Streik in der vierten Woche Tarifparteien machen Mini-Schritte

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Bereits seit dreieinhalb Wochen streiken Erzieher in kommunalen Kitas. Doch auch andere Berufsgruppen im sozialen Bereich fordern mehr Geld.

(Foto: dpa)

Zumindest sitzen die kommunalen Arbeitgeber und die Gewerkschaften wieder zusammen und reden. Doch eine schnelle Einigung über die Gehälter von Erziehern und Sozialpädagogen ist unwahrscheinlich. Die Kita-Streiks könnten weitergehen.

Im Tarifstreit um die kommunalen Kita-Erzieher haben beide Seiten ihren grundsätzlichen Einigungswillen betont. Im Kernpunkt einer Verbesserung für alle Erzieher und Sozialarbeiter liegen Gewerkschaften und der kommunale Arbeitgeberverband VKA immer noch weit auseinander. Eine Fortsetzung der Kita-Streiks sei nicht vom Tisch, sagte der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske.

Die Gewerkschaften und die VKA sind erneut in Berlin zusammengekommen, um die im April vorerst abgebrochenen Gespräche fortzusetzen. Bsirske sagte, beide Seiten gingen die weiteren Verhandlungen ernsthaft an. "Dass das nicht ganz einfach wird, ist angesichts des Vorlaufes völlig klar." Seit dem 8. Mai läuft ein unbefristeter Streik. "Am Ende werden sich beide Seiten aufeinander zubewegen müssen, um eine Lösung zu finden." Nötig sei eine Aufwertung der sozialen Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst für alle Beteiligten.

VKA-Präsident Thomas Böhle sagte hingegen: "Da, wo sich wirklich etwas geändert hat im Bild des Erziehers, der Erzieherin, bei den Sozialpädagogen - da wird man etwas tun können." Pauschale Erhöhungen lehnte Böhle aber ab. Unterm Strich fordern Verdi, die Bildungsgewerkschaft GEW und der Beamtenbund dbb im Schnitt zehn Prozent mehr für die rund 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Kommunen. Die VKA bietet Verbesserungen für einzelne Gruppen an.

"Wir sind guten Willens", sagte Böhle. Nach Angaben beider Seiten ist mit einem Durchbruch über Nacht nicht zu rechnen. Auch ein Ende der Gespräche an diesem Dienstag gilt als wenig wahrscheinlich. Auch diesen Mittwoch haben sich beide Seiten für eine Fortsetzung der Gespräche freigehalten. Am Donnerstag kommt dann die Streikdelegiertenversammlung von Verdi in Frankfurt am Main zusammen. Sie soll entscheiden, ob ein erzieltes Ergebnis ausreicht, um den zunächst bis dahin weiterlaufenden Streik zu beenden. "Ich hoffe, dass wir etwas vorlegen können und damit auch die Weichen stellen können in den nächsten zwei Tagen für eine Beendigung des Streiks", sagte Bsirkse, "aber dazu gehören zwei."

Quelle: ntv.de, nsc/dpa