Politik

Besorgnis in Ländern der Ex-UdSSR Tausende schließen sich dem IS an

Die Geheimdienste der Länder der ehemaligen Sowjetunion sind beunruhigt. Viele Menschen aus diesen Staaten kämpfen für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und Irak. In Moskau spricht man von einem "gefährlichen Phänomen".

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IS-Kämpfer im syrischen Rakka.

(Foto: AP)

Etwa 2000 Personen aus der ehemaligen Sowjetunion kämpfen an der Seite der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Dies gehe aus Erkenntnissen der Geheimdienste von Staaten der Ex-UdSSR hervor, sagte der Leiter des Anti-Terror-Zentrums der sogenannten Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), Andrej Nowikow, der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Einige Experten gingen sogar von bis zu 5000 Menschen aus diesen Staaten in den Kampfgebieten aus. Die Rückkehr dieser Kämpfer werde die Lage in den Ländern der GUS verschärfen, sagte Nowikow.

Anfang Juni hatte der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, von etwa 1700 russischen IS-Kämpfern im Irak gesprochen. Gleichzeitig warnte er vor einem wachsenden Einfluss der Dschihadisten in Russland. Die IS-Miliz hatte kürzlich eine russische Version ihres offiziellen Propagandamagazins veröffentlicht.

In den vergangenen Wochen waren die Fälle mehrerer junger Russen bekannt geworden, die nach Syrien reisten, um sich der Extremistengruppe anzuschließen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nannte dies "ein gefährliches Phänomen".

Die staatliche Universität in Moskau erklärte, eine ihrer Studentinnen sei in die Türkei gereist und vermutlich auf dem Weg nach Syrien. Anfang Juni wurden 14 Russen, unter ihnen eine 19-jährige Studentin, sowie vier Aserbaidschaner im türkischen Kilis festgenommen, als sie die Grenze zu Syrien passieren wollten.

1,7 Millionen Syrer in der Türkei

Derweil sind nach der Eroberung der nordsyrischen Grenzstadt Tell Abjad durch kurdische Einheiten die ersten Flüchtlinge aus der Türkei zurückgekehrt. Rund 700 Menschen hätten die Grenze in Richtung Syrien passiert, meldete die türkische Nachrichtenagentur DHA. Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) und die Freie Syrische Armee (FSA) hätten die Menschen zur Rückkehr aufgerufen.

YPG und FSA hatten Tell Abjad nach schweren Gefechten mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingenommen. Zwischen Monatsbeginn und der Eroberung von Tell Abjad waren nach türkischen Angaben mehr als 23.000 Menschen aus der Region in die Türkei geflohen. Die Türkei hat nach UN-Angaben mehr als 1,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen - mehr als jedes andere Land.

Quelle: ntv.de, wne/AFP/dpa

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