Politik

Neuer Dreh in Washington Trump: "Ich wollte Comey feuern"

Doch alles ganz anders? Bislang hat es geheißen, FBI-Chef Comey sei auf Empfehlung des Justizministeriums gefeuert worden. Nun aber will es Trump ganz allein gewesen sein.

Neue Variante zur Entlassung von FBI-Chef James Comey: US-Präsident Donald Trump will die Demission von James Comey nach eigenen Worten schon seit längerem geplant haben. Dem Fernsehsender NBC News sagte er, dass die Initiative für den Rauswurf von ihm selbst ausgegangen sei: Dies sei seine Entscheidung gewesen, sagte er. "Ich wollte Comey feuern. Es gibt dafür übrigens keinen guten Zeitpunkt."

Vor zwei Tagen hatte noch der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, zu der völlig überraschenden Entlassung des Direktors der Bundespolizei gesagt, der Präsident sei damit einer Empfehlung durch die Leitung des Justizministeriums gefolgt. Das Weiße Haus veröffentlichte auch ein Memorandum des stellvertretenden Justizministers Rod Rosenstein, in dem Comey hart für seinen Umgang mit der E-Mail-Affäre der früheren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton kritisiert wird.

Donald Trump

"Er ist ein Aufschneider, ein Angeber. Das FBI war in Aufruhr. Sie wissen das, ich weiß das. Jeder weiß das. Schauen Sie sich das FBI vor einem Jahr an, es war buchstäblich in Aufruhr, weniger als vor einem Jahr. Es hat sich bis heute nicht davon erholt." (US-Präsident Trump im NBC-Interview)

Trump sagte nun jedoch, seine Entscheidung, Comey abzusetzen, habe nichts mit der Empfehlung durch das Justizministerium zu tun. Er warf Comey vor, ein "Angeber" und "Prahler" zu sein und das FBI in "Aufruhr" versetzt zu haben. Zuvor hatte der amtierende FBI-Chef Andrew McCabe ein anderes Bild gezeichnet und der Darstellung des Weißen Hauses widersprochen, Comey habe in der Behörde an Rückhalt verloren. "Direktor Comey genoss große Unterstützung innerhalb des FBI, das ist bis heute so", sagte McCabe vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats.

Der US-Präsident sagte außerdem, Comey habe ihm bei drei Gelegenheiten versichert, dass nicht gegen ihn ermittelt werde. Er habe Comey gebeten, ihn über etwaige Ermittlungen informiert zu halten: "Ich habe gesagt, würden Sie mich wissen lassen, wenn gegen mich ermittelt wird?" Darauf habe Comey gesagt, das sei nicht der Fall.

Die oppositionellen Demokraten und andere Trump-Kritiker vermuten, dass der wahre Grund für Comeys Entlassung die vom FBI geführten Ermittlungen zur Russland-Affäre sind. Darin geht es um die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe auf das Umfeld Clintons im Wahlkampf und die möglichen illegalen Verbindungen von Trump-Mitarbeitern nach Moskau.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa