Politik

Das Credo der Amerikanisierung Trump verspricht "Steuerrevolution"

In Detroit legt US-Präsidentschaftskandidat Trump seine Pläne für die Wirtschaftspolitik dar: Massive Steuerergeschenke stehen auf dem Programm - quer durch alle Einkommensgruppen. Doch besonders Unternehmen sollen profitieren.

Durch drastische Steuersenkungen und Deregulierung will US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump die Wirtschaft seines Landes voranbringen. "Ich will Amerika wieder in Fahrt bringen", sagte der Republikaner in einer Rede in Detroit und kündigte "die größte Steuer-Revolution" seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan in den achtziger Jahren an.

Erstmals legte Trump seine Wirtschaftspläne im Detail dar. So soll die Unternehmenssteuer von derzeit 35 auf 15 Prozent gesenkt, die Einkommensteuer quer durch alle Einkommensgruppen reduziert werden. Davon werde besonders die Mittelschicht profitieren, so Trump.

Mit der Präsentation eines umfassenden Plans für die Reform der US-Wirtschaft versucht der Rechtspopulist, seine zuletzt schwer ins Straucheln geratene Kampagne auf Kurs zu bringen. Trump beschrieb seine Wirtschaftspolitik mit den Worten: "Amerikanisierung, nicht Globalisierung, wird unser neues Credo sein." Eine Isolation der USA sei jedoch keine Option. "Es ist Zeit, den Anker einzuholen, der uns nach unten zieht."

Auf Attacken gegen Hillary Clinton, Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, verzichtete er nicht: "Sie ist die Kandidatin der Vergangenheit. Wir sind die, die für die Zukunft stehen", sagte Trump. Der Immobilienmogul warf der Demokratin vor, für eine verfehlte Wirtschaftspolitik zu stehen, wie sie in ihrer Amtszeit als Vertreterin des Bundesstaates New York im US-Senat gezeigt habe.

Rückkehr zur Kohle

Trump kündigte unter anderem eine drastische Vereinfachung des Einkommensteuersystems an. Es solle nur noch drei Sätze in Höhe von zwölf, 25 und 33 Prozent geben. Viele Arbeitnehmer würden nach seinem Plan gar keine Einkommensteuer zahlen.

Außerdem kündigte er an, dass er nach seinem Amtsantritt ein Moratorium für alle neuen Regulierungen für die US-Wirtschaft verhängen werde. Er werde sich sodann daran begeben, nach einer Prüfung alle überflüssigen Regulierungen rasch abzuschaffen. Trump bekräftigte zudem, dass er als Präsident das mit elf Staaten aus dem pazifischen Raum ausgehandelte Handelsabkommen TPP ablehnen und das Nafta-Abkommen mit Kanada und Mexiko komplett neu verhandeln wolle. "Die Reformen, die ich heute vorgestellt habe, sind nur der Anfang", sagte Trump.

In der Energiepolitik kündigte der Politiker eine Wende zurück zu "alten Energien" an. Obamas Regierung warf er vor, "einen Krieg gegen die Kohle" zu führen. 50.000 Arbeitsplätze könnten alleine im Bundesstaat Michigan zurückgewonnen werden, wenn die Regulierungen in der Energiepolitik aufgehoben würden. Internationale Experten dagegen halten das Kohlezeitalter für beendet. Großinvestoren wie der Rockefeller Fonds haben sich in großem Stil aus Geschäften mit fossilen Energieträgern, besonders Kohle, zurückgezogen. Mit dem US-Unternehmen Peabody Energy musste der einst größte Kohlekonzern der Welt Konkurs anmelden.

Clinton: Trumps Plan ist gefährlich

Die Rede des Präsidentschaftskandidaten im Wirtschaftsclub von Detroit wurde wiederholt durch wütende Proteste von Demonstranten gestört. Die einzeln nacheinander in Erscheinung tretenden Demonstranten wurden vom Sicherheitspersonal aus dem Saal gebracht. Im Gegensatz zu früheren Auftritten blieb Trump diesmal jedoch kühl, unterbrach nur kurz seine Rede und setzte sie an der unterbrochenen Stelle fort.

Das Clinton-Wahlkampfteam hatte Trumps Wirtschaftsplan schon im Vorfeld als gefährlich gebrandmarkt. Die Demokratin beruft sich auf eine Studie, wonach die Vorhaben des Republikaners zum Verlust von 3,4 Millionen Jobs und in die Rezession führen würden.

Die derzeitigen offiziellen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt sind positiv. Im Juli wurden demnach 255.000 Jobs geschaffen, die Arbeitslosenquote liegt bei 4,9 Prozent. Trump bezeichnete die offizielle Arbeitslosenquote jedoch als "eine der größten Falschmeldungen" der jüngeren US-Politik.

Quelle: n-tv.de, asc/AFP/dpa

Mehr zum Thema