Politik

Angebliche Anhänger von Gülen Türkei fahndet nach knapp 300 Soldaten

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Die türkische Regierung sucht noch immer Mitglieder der Gülen-Bewegung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit dem Putschversuch von 2016 geht Erdogan gegen Anhänger des islamischen Predigers Gülen vor. Ihn macht der türkische Präsident für die Unruhen verantwortlich. Eine neuerliche Massenfahndung richtet sich gegen fast 300 Militärangehörige.

Die türkische Regierung sucht in einer abermaligen Massenfahndung nach 295 angeblichen Terrorverdächtigen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016, der bis heute fast täglich Razzien, Festnahmen und Verhaftungen nach sich zieht. Den Verdächtigen werden Verbindungen zur Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen. Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch verantwortlich und beschuldigt ihn einer langjährigen Kampagne zum Umsturz des Staates durch die Infiltrierung von Polizei, Militär und Rechtswesen.

Die aktuell gesuchten Menschen sind Soldaten. Die zuständigen Staatsanwälte werfen ihnen laut Anadolu vor, mit Mitgliedern der Gülen-Bewegung entweder über ihr heimisches Festnetz oder Handy kommuniziert zu haben. Mit ihren Ermittlungen konzentriert sich die Regierung stark auf Militär und Polizei. Innenminister Süleyman Soylu hatte im Januar angegeben, dass rund 15.000 Soldaten ihrer Funktion enthoben worden seien. Gegen knapp 7000 werde ermittelt.

Insgesamt wurden seit Montag der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge 359 Menschen inhaftiert. Die Taktung der Razzien und Festnahmen schien sich in den vergangenen Wochen zu beschleunigen. In der vorvergangenen Woche gab es beispielsweise eine der größten Fahndungsaktionen seit 2016 mit mehr als 1100 Fahndungs- und Festnahmebefehlen an einem Tag. Zählt man alle entsprechenden Anadolu-Berichte zusammen, wurden innerhalb von acht Tagen mindestens 946 Menschen inhaftiert. Im ganzen vergangenen Jahr landeten einem Bericht des Innenministeriums zufolge rund 52.000 Menschen wegen angeblicher Gülen-Verbindungen kurz- oder längerfristig hinter Gittern.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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