Politik

Nach Druck aus Washington Türkei will Kampf gegen den IS ausweiten

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Bei Kämpfen in Kobane

(Foto: dpa)

Seit Monaten fliegt die von den USA angeführte Allianz Angriffe gegen Ziele des Islamischen Staats in Syrien und im Irak. Nach langem Drängen der Amerikaner lenkt nun die Türkei ein und will ihre Offensive gegen den IS in Nordirak erheblich ausweiten.

Die von den USA angeführte Allianz bereitet zusammen mit der Türkei eine deutliche Ausweitung ihrer Offensive gegen die radikalislamische IS-Miliz vor. "Wir sehen, dass bemannte und unbemannte amerikanische Flugzeuge ankommen, und bald werden wir alle zusammen einen umfassenden Kampf gegen den Islamischen Staat beginnen", sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu bei einem Besuch in Malaysia.

Die USA hatten den Verbündeten Türkei seit Langem gedrängt, den Kampf gegen den IS auszuweiten, worauf Ankara bislang zögerlich reagierte. Diese Haltung änderte sich jedoch nach tödlichen Anschlägen in der Türkei, für die der IS verantwortlich gemacht wurde. Die Türkei fliegt seither Luftangriffe und erklärte, diese zielten auf Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak sowie auf IS-Kämpfer in Syrien ab. Beobachtern zufolge gab es jedoch weitaus mehr Angriffe auf die PKK als auf den IS.

Die Türkei erlaubte zuletzt überdies den USA die Nutzung des türkischen Luftwaffenstützpunktes Incirlik für Luftangriffe gegen den IS im Irak und in Syrien. Kerry begrüße diesen Schritt, sagte ein Beamter des US-Außenministeriums am Mittwoch. Kerry habe bei dem Treffen mit Cavusoglu zudem darauf hingewiesen, dass sich die USA weiterhin dafür einsetzten, dass Bedingungen geschaffen werden, die Verhandlungen für ein Ende des syrischen Bürgerkriegs ermöglichten.

Syrien in der Defensive

Syrien lehnt derweil Militäraktionen zur Bekämpfung des IS ab, die nicht mit der Regierung in Damaskus abgestimmt sind. Solche Aktionen wären eine Verletzung der Souveränität Syriens, sagte Außenminister Walid al-Mualem nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens. Anlass der Erklärung ist offenbar die Ankündigung der USA, sie würden von ihnen ausgebildete syrische Rebellen gegen jeden Angreifer mit Luftschlägen verteidigen. Das gilt auch für syrische Truppen und deren Verbündete. Der IS kontrolliert große Gebiete im Irak und in Syrien und hat dort ein Kalifat ausgerufen.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/rts

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