Politik

Nach Giftanschlag von Salisbury Tusk hat "klare Botschaft" an Russland

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Theresa May und Donald Tusk Anfang März in London.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Nach der Giftattacke auf den Ex-Doppelagenten Skripal reagiert Großbritannien scharf, die Europäische Union will jetzt nachziehen und zwar deutlich. Doch dazu muss zunächst ein Kompromiss gefunden werden.

Die Europäische Union wird sich bei ihrem Gipfel kommende Woche nach Angaben von EU-Ratspräsident Donald Tusk klar zu dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien positionieren. Tusk teilte bei Twitter mit, er habe mit der britischen Premierministerin Theresa May ein Telefonat geführt, um "eine klare Botschaft der EU" zu der "Attacke von Salisbury" vorzubereiten.

Der ehemalige russische Doppelagent Skripal und seine Tochter waren am 4. März in der südenglischen Stadt Salisbury vergiftet worden, sie schweben weiterhin in Lebensgefahr. Großbritannien wie auch Deutschland, Frankreich und die USA machen Russland für die Tat verantwortlich. London verhängte wegen des Attentats Sanktionen gegen Moskau. Unter anderem müssen 23 russische Diplomaten das Land binnen einer Woche verlassen, die bilateralen Beziehungen wurden auf Eis gelegt.

Vor Tusks Mitteilung war aus EU-Kreisen verlautet, dass der Giftanschlag beim EU-Gipfel am kommenden Donnerstag auf der Tagesordnung stehe. Es sei mit einer schriftlichen Stellungnahme der EU-Staaten zur Affäre Skripal zu rechnen, hieß es weiter. Zuvor soll der Fall bereits beim Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel thematisiert werden.

Aus Diplomatenkreisen in Brüssel hieß es, zu einem solchen Anschlag in einem ihrer Mitgliedsländer könne die EU nicht schweigen. Eine Einigung der 28 Mitgliedstaaten auf Sanktionen gegen Russland sei allerdings "kompliziert" und langwierig. Von einer anderen Quelle in der EU hieß es, die EU-Staaten seien derzeit dabei, "Solidarität zu beweisen, Informationen von Großbritannien abzuwarten zu den Maßnahmen, die es ergreift und die es von uns fordert". Nötig sei eine "kraftvolle" Reaktion, zugleich müsse Russland aber auch die Gelegenheit gegeben werden, "sich zu erklären".

Quelle: ntv.de, lou/AFP

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