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König Salman dankt Obama US-Militär rettet saudische Kampfpiloten

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Überschallschnell und bis zu 30 Tonnen schwer: Hier eine F-15 "Strike Eagle" der US-Luftwaffe.

(Foto: REUTERS)

Der Krieg im Jemen zieht die Vereinigten Staaten schneller in seinen Bann als erwartet. Schon kurz nach Beginn der Luftangriffe aus Saudi-Arabien müssen US-Kampfretter der Besatzung eines Jagdbombers zur Hilfe kommen.

US-Spezialkräfte haben vor der Küste des Jemen zwei Kampfpiloten der saudischen Luftstreitkräfte aus dem Meer gerettet. Die Besatzung eines Hubschraubers spürte die beiden Soldaten im Golf von Aden auf und brachte sie in Sicherheit, hieß es aus dem US-Verteidigungsministerium. Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am Donnerstag. Den Angaben aus Washington zufolge hatten sich die Piloten per Schleudersitz aus ihrem zweisitzigen Jagdbomber vom Typ F-15 gerettet. Saudi-Arabien habe daraufhin das US-Militär offiziell um Hilfe gebeten.

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Seilwinde, Zusatztanks, Infrarotkamera: Die "Pave Hawks" der US Air Force sind für Such- und Rettungsaktionen speziell ausgerüstet.

(Foto: U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Kevin Iinuma)

Die Gründe für den Notausstieg blieben zunächst unklar. In US-Medienberichten hieß es, offenbar hätten technische Probleme die beiden Piloten zur Aufgabe ihres Flugzeuges gezwungen. Das US-Militär hielt sich in dieser Frage bedeckt. Bei der fraglichen Maschine handelt es sich um einen zweistrahligen Jet des US-Herstellers Boeing, der in verschiedenen Versionen bei der US-Luftwaffe und bei einer Reihe befreundeter Staaten Verwendung findet. Je nach Auslegung und Ausstattung kann die Maschine als Jäger, Mehrzweckkampfjet oder Jagdbomber eingesetzt werden.

Durch den Notruf alarmiert sei ein Team aus Kampfrettern an Bord eines Spezialhubschraubers vom Typ "Pave Hawk" vom US-Luftwaffenstützpunkt in Dschibuti aufgestiegen, um die Suche nach den beiden verunglückten Piloten aufzunehmen, berichteten US-Medien. Koordiniert wurde die Rettungsaktion demnach von dem vor der Küste kreuzenden US-Kriegsschiff "USS Sterett", einem Lenkwaffenzerstörer, der die Bewegungen im Luftraum mit weitreichenden Radarsystemen überwachen kann.

Der König bedankt sich

Die saudische F-15 sei über internationalen Gewässern niedergegangen, hieß es. Die beiden Piloten konnten dank der schnellen Hilfe der speziell trainierten Such- und Rettungskräfte aus den USA schnell ausfindig gemacht werden. Sie überlebten den Ausstieg per Schleudersitz offenbar nur leicht verletzt. Die gesamte Rettungsmission habe insgesamt nur zwei Stunden gedauert, berichteten US-Medien.

König Salman persönlich rief bei US-Präsident Barack Obama an, um ihm in dem Telefonat für den Einsatz zu danken, verlautete aus dem Weißen Haus. Obama habe dem Monarchen in dem Gespräch die Unterstützung der USA für den Kampf der von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die schiitische Huthi-Miliz im Jemen zugesagt, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Bernadette Meehan. Washington und die Golfstaaten hätten ein gemeinsames Interesse daran, die Lage im Jemen zu stabilisieren.

In den Jemen-Krieg verstrickt

Saudi-Arabien und mehrere weitere arabische Staaten hatten in der Nacht zum Donnerstag militärisch in den Konflikt im Jemen eingegriffen. Am Freitag weitete die Militärkoalition ihre Angriffe aus. Die USA leisten dabei logistische und geheimdienstliche Hilfe.

Auch der britische Premierminister David Cameron betonte, sein Land stehe im Kampf gegen die schiitischen Rebellen fest an der Seite Saudi-Arabiens. Beobachter rätseln, inwieweit das militärische Vorgehen der sunnitisch geprägten Staaten im Jemen mit den UN-Vetomächten abgesprochen war. Eine UN-Resolution, die das Eingreifen rechtfertigt, kann die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz nicht vorweisen.

Im Jemen kämpft die schiitische Huthi-Miliz gegen die Führung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Die internationale Militärallianz unterstützt Hadi, die Huthi-Rebellen werden mutmaßlich von Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh und vom Iran unterstützt. Mit dem Konflikt zwischen Riad und Teheran im Hintergrund droht dem Jemen ein blutiger Stellvertreterkonflikt.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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