US-Wahl 2020

Arizona und Nevada im Fokus Joe Biden braucht nur noch 17 Stimmen

Bei der US-Präsidentenwahl sieht sich Joe Biden auf dem Weg zum Sieg. Nach einer langen Auszählung sei es klar, dass er ausreichend Bundesstaaten gewinne, um die Wahl für sich entscheiden zu können, sagte Biden. Er habe Aussicht auf die dafür notwendigen 270 Stimmen.

Nach dem Gewinn wichtiger Bundesstaaten beim Wahlkrimi in den USA sieht sich Joe Biden kurz vor dem Sieg über den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. "Nach einer langen Nacht des Zählens ist klar, dass wir genug Staaten gewinnen, um 270 Wahlstimmen zu erreichen, die erforderlich sind, um die Präsidentschaft zu gewinnen", sagte der 77-Jährige in seinem Heimatort Wilmington.

Klar ist inzwischen: Biden gewann die umkämpften Bundesstaaten Michigan und Wisconsin gegen Trump. Der Sieg in diesen Staaten des Mittleren Westens ist ein wichtiger Etappensieg. Er hat nun 253 Wahlleute, 270 braucht er zum Gewinn der Präsidentschaft. Da ein Biden-Sieg in Arizona (11 Wahlleute) als sehr wahrscheinlich gilt, muss der 77-Jährige daneben nur noch einen weiteren Bundesstaat gewinnen, um auf die nötige Anzahl von Wahlleuten zu kommen und die Wahl gegen Trump zu gewinnen. Dabei könnte es sich um Nevada (6 Wahlleute) oder Georgia (16) handeln. Etwas unwahrscheinlich ist es nach derzeitigem Auszählungsstand, dass Biden in Pennsylvania (20) oder North Carolina (15) den Sieg davonträgt.

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Biden betonte, dass er den Gewinn der Wahl noch nicht offiziell für sich reklamieren wolle. Doch wenn die Auszählung beendet sei, "glauben wir, dass wir die Gewinner sein werden". Er gab sich bei seiner Ansprache präsidial und betonte, dass Amerika die tiefe Spaltung überwinden müsse. "Um Fortschritte zu machen, müssen wir aufhören, unsere Gegner wie Feinde zu behandeln", sagte Biden. "Wir sind keine Feinde." Biden sagte, er habe als Demokrat Wahlkampf gemacht. "Aber ich werde als amerikanischer Präsident regieren." Die Präsidentschaft sei das eine Amt, das die Nation repräsentiere.

Vorsprung "auf magische Weise verschwunden"

Im Laufe des Tages hatte Trump mehrere Tweets abgesetzt, in denen er über die Auszählung schimpfte und schwere Vorwürfe äußerte. Sein am Dienstagabend bestehender Vorsprung sei in einem Bundesstaat nach dem anderen "auf magische Weise verschwunden", schrieb er etwa. In Pennsylvania werde "hart daran gearbeitet", schnell eine halbe Million Stimmen "verschwinden zu lassen", schrieb er noch. Twitter versah mehrere Nachrichten mit Warnhinweisen wegen "möglicherweise irreführender" Aussagen.

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Trump hatte schon während seines Wahlkampfs Stimmung gegen die Briefwahl gemacht und Zweifel an der Rechtmäßigkeit geschürt - obwohl die Abstimmung per Post eine etablierte Form der Stimmabgabe ist. Er warnte - ohne stichhaltige Beweise - vor massiven Fälschungen. Hinweise auf nennenswerten Wahlbetrug gab es nicht. Sein Wahlteam kündigte an, in Wisconsin mit Blick auf "Unregelmäßigkeiten" eine Neuauszählung der Stimmen beantragen zu wollen. In Michigan hat das Team nach eigenen Angaben Klage bei einem Gericht eingereicht und einen sofortigen Stopp der weiteren Auszählung verlangt, bis den Republikanern Zugang zu den Wahllokalen gewährleistet werde.

Am Nachmittag (Ortszeit) tobte Trump wütend weiter. Er habe Biden, so schrieb er, in vier umkämpften Bundesstaaten mit großem Vorsprung geschlagen. Er liege in Pennsylvania, Georgia, North Carolina deutlich vorne und in Michigan sei eine "große Anzahl" Stimmzettel heimlich weggeschmissen worden. Die Plattform versah Trumps Nachricht erneut mit Warnhinweisen. In Pennsylvania, Georgia und North Carolina dauert die Auszählung noch an.

Quelle: ntv.de, tno