Politik

Keine Strafverfolgung für Familien USA lockern Lösegeld-Verbot

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Seit dem 11. September wurden rund 80 US-Bürger im Ausland verschleppt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Washington verhandelt nicht mit Terroristen und zahlt für gekidnappte Staatsbürger auch kein Lösegeld. Wenn Familien selbst für die Rettung von Angehörigen aufkommen, droht ihnen strafrechtliche Verfolgung. Das kann sich jetzt ändern.

Die US-Regierung will Angehörigen gekidnappter US-Bürger wegen Lösegeldzahlungen an ausländische Terrororganisationen nicht länger mit Strafverfolgung drohen. US-Präsident Barack Obama bekräftigte aber, dass seine Regierung nicht mit Terroristen verhandeln und selbst kein Lösegeld zahlen werde. Obama reagierte mit den neuen Richtlinien auf Kritik, dass seine Regierung zu hart mit den Familien von Geiseln umgehe.

"Das US-Justizministerium beabsichtigt nicht, den Schmerz der Familien in diesen Fällen zu vergrößern, indem nahegelegt wird, dass sie strafrechtlich verfolgt werden können", heißt es in der Erklärung. Obama traf sich mit Opferfamilien. "Es hat Zeiten gegeben, in denen unsere Regierung sie ungeachtet der guten Absichten im Stich gelassen hat", räumte der Präsident nach der Begegnung ein. "Ich habe ihnen versprochen, dass wir es besser machen können."

Seit den Anschlagen vom 11. September 2001 wurden rund 80 US-Bürger im Ausland verschleppt. Das Weiße Haus befürchtet, mit Lösegeldzahlungen extremistische Gruppen wie die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) oder das Terrornetzwerk Al-Kaida zu finanzieren und Anreize für weitere Entführungen zu schaffen. Mehrere europäische Länder zahlen dagegen Lösegelder, um ihre Staatsbürger aus den Fängen ausländischer Extremisten zu befreien.

Vor dem Hintergrund der Ermordung mehrerer Geiseln durch die IS-Miliz hatte Obama Ende vergangenen Jahres eine Überprüfung des Prozederes bei Verschleppungen von Staatsbürgern im Ausland angeordnet. Neben der Tolerierung von Lösegeldzahlungen durch Familien sehen die neuen Richtlinien eine bessere Koordination zwischen den verschiedenen staatlichen Stellen wie der Bundespolizei FBI und dem Außenministerium vor.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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