Politik

Nach Fall der Stadt Übergibt Putin die Kontrolle über Mariupol an Kadyrow?

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Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow unterstützt mit Paramilitärs den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Die ukrainische Hafenstadt Mariupol liegt nach wochenlangen Gefechten in Trümmern. Russland schmiedet nach einem Medienbericht bereits Pläne für den Wiederaufbau. Die Aufsicht darüber sollen Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow und seine gefürchteten Paramilitärs bekommen.

Während die Kämpfe im ukrainischen Mariupol sich offenbar ihrem Ende nähern, schmiedet Russland laut einem Medienbericht bereits Pläne für den weiteren Umgang mit der Hafenstadt. Demnach will Moskau die Kontrolle über die Stadt an tschetschenische Paramilitärs, den sogenannten Kadyrowzy, übergeben, berichtet die ukrainische Online-Zeitung "Ukrajinska Prawda". Diese Truppe wird vom tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow befehligt und unterstützt Russland beim Angriffskrieg auf die Ukraine.

Als Quelle für ihren Bericht nennt die "Ukrajinska Prawda" Petro Andriuschtschenko, Berater des ukrainischen Bürgermeisters von Mariupol, der sich auf Telegram geäußert hatte. Andriuschtschenko beruft sich auf Informanten aus dem Umfeld des von Russland ernannten regionalen Koordinators, wonach die neuen "Aufseher" über den Wiederaufbau des stark zerstörten Mariupol aus Tschetschenien kommen sollen.

"Um den Widerstand einzuschüchtern und zu unterdrücken, wird Mariupol an die Kadyrowzy übergeben. Einschließlich des Hafens und des Rechts zu plündern. Wir haben jetzt eine teilweise Bestätigung dafür erhalten", zitiert der Bericht den Telegram-Kanal von Andriuschtschenko. Am Dienstag soll es in Mariupol erstmals ein Treffen zwischen dem Staatsduma-Abgeordneten Dmitri Sablin und tschetschenischen Politfunktionären gegeben haben, bei dem Pläne für die "Wiederherstellung von Mariupol" erörtert worden sein sollen, berichtet die "Ukrajinska Prawda".

Stadt zu "90 Prozent zerstört"

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Der ukrainische Bürgermeister von Mariupol, Wadym Boitschenko, hatte am 4. April erklärt, seine Stadt sei zu "90 Prozent" zerstört. Eine Woche nach Russlands Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar hatte russische Artillerie Mariupol erstmals unter Beschuss genommen. Die Stadt, deren Einwohner überwiegend russischsprachig sind, liegt rund 55 Kilometer von der russischen Grenze und 85 Kilometer von der pro-russischen Separatisten-Hochburg Donezk entfernt. Wochenlang hielten die Kämpfe an.

In den vergangenen Wochen hatten sich ukrainische Kämpfer in das Asowstal-Werk zurückgezogen und dort verschanzt. Mittlerweile haben sich nach russischen Angaben rund 960 von ihnen ergeben, darunter 53 schwer verletzte Soldaten. Das Verteidigungsministerium in Kiew hat bislang bestätigt, dass 250 Kämpfer das Stahlwerk verlassen und sich den russischen Truppen ergeben haben.

Quelle: ntv.de, kst

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