Politik

Wahl in Mecklenburg-Vorpommern Umfrage: AfD lässt CDU hinter sich

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Man muss wohl damit rechnen, dass die AfD mit vielen Sitzen im Schweriner Landtag vertreten sein wird.

(Foto: REUTERS)

Eine der letzten Umfragen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an diesem Sonntag bescheinigt der AfD einen größeren Stimmanteil als der CDU. Tritt das so ein, könnten die größten Befürchtungen der Merkel-Partei Wirklichkeit werden.

Die AfD zieht an der CDU vorbei. Das ist die Schlagzeile, die das Meinungsforschungsinstitut Insa nach einer aktuellen Umfrage für die Landtagswahl an diesem Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlichte. Trifft das zu, was Insa am Montag unter 1031 Befragten im Auftrag des "Cicero" ermittelt hat, dann würde die AfD mit 23 Prozent aus dem Stand zweitstärkste Kraft hinter der SPD. Die Fehlertoleranz liegt bei drei Prozentpunkten.

Die Sozialdemokraten würden es demnach auf 28 Prozent und die CDU nur noch auf 20 Prozent Zustimmung bringen. In anderen bislang veröffentlichten Umfragen lag die AfD - wenn auch teilweise nur knapp - hinter den Christdemokraten auf dem dritten Rang.

Laut Insa wäre das Ergebnis im Vergleich zu 2011, als die CDU in dem nordöstlichen Bundesland mit 23 Prozent ein historisches Tief einfuhr, ein weiterer Absturz – beachtlich auch, weil Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel in Mecklenburg-Vorpommern ihren Wahlkreis hat.

Die SPD bliebe nach dieser Umfrage stärkste Kraft mit 28 Prozent, müsste aber ebenfalls deutliche Stimmverluste hinnehmen. 2011 hatten die Sozialdemokraten noch 35,6 Prozent geholt. Die Linke sackt in der Umfrage auf 15 Prozent (2011 waren es 18,4 Prozent) ab, die Grünen auf 6 Prozent gegenüber 8,7 Prozent 2011.

Die Rechtsextreme NPD, bisher mit 6 Prozent und 5 Abgeordneten im Landesparlament vertreten, würde diesmal mit 2 Prozent scheitern, ebenso die FDP, die derzeit dem Landtag nicht angehört und ebenfalls nur bei 2 Prozent liegt.

AfD würde auch mit NPD stimmen

Nach diesen Erwartungen erübrigt sich allerdings auch die Ankündigung von AfD-Bundeschef Jörg Meuthen, Anträge der rechtsextremen NPD im Schweriner Landtag zu unterstützen. "Man muss in einem Parlament in der Sache abstimmen", sagte Meuthen dem "Mannheimer Morgen". "Wenn die NPD vernünftige Vorschläge macht, würden wir genauso wenig gegen sie stimmen, wie wenn das bei den Linken der Fall wäre." Ähnlich äußerte sich der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Leif-Erik Holm. Andere Parteien reagierten empört.

Die bisher im Schweriner Landtag vertretenen demokratischen Parteien hatten sich darauf verständigt, Anträge der NPD im Plenum nur kurz zu behandeln und grundsätzlich abzulehnen. SPD, CDU, Linke und Grüne bezeichnen dieses Vorgehen als "Schweriner Weg". Die AfD war bereit, mit dieser Vereinbarung zu brechen.

Quelle: n-tv.de, ppo

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