Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Union nähert sich den 30, Grüne den 20 Prozent

Der Trend hält an: Die Union liegt laut RTL/ntv-Trendbarometer mittlerweile sieben Punkte vor den Grünen. Und CDU/CSU-Kanzlerkandidat Laschet überholt in der Beliebtheit Grünen-Chefin Baerbock. Doch es könnte auch eine Koalition ohne die Union geben.

Die Aufwärtsbewegung von CDU und CSU und die Abwärtsbewegung der Grünen halten an: Die Unionsparteien gewinnen im RTL/ntv-Trendbarometer im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu, die Grünen verlieren einen Punkt. Etwa 100 Tage vor der Bundestagswahl liegt die Union damit sieben Prozentpunkte vor den Grünen. Die Zustimmung zu den meisten anderen Bundestags-Parteien ändert sich nicht, lediglich Die Linke kann um einen Punkt zulegen, die sonstigen kleineren Parteien verlieren einen Prozentpunkt.

Wenn jetzt der neue Bundestag gewählt würde, könnten CDU und CSU mit 28 Prozent der Stimmen rechnen - bei der Bundestagswahl 2017 kamen sie auf 32,9 Prozent. Die SPD würde auf 14 Prozent kommen (Bundestagswahl: 20,5 Prozent), die FDP auch auf 14 Prozent (10,7 Prozent). Die Grünen erhielten derzeit 21 Prozent (8,9 Prozent), die Linke 7 Prozent (9,2 Prozent) und die AfD 9 Prozent (12,6 Prozent). 7 Prozent der Wähler würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2%). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen entspricht mit 24 Prozent etwa dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 Prozent).

f5fe3da98ea25867b9790d6e1e4ff970.jpg

Kein Wahlprogramm, aber die Führung im Trendbarometer: Unions-Kanzlerkandidat Laschet.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Aufgrund der Überhang- und Ausgleichsmandate würde der Bundestag im Vergleich zur Wahl 2017 um 51 Sitze anwachsen und hätte 760 Abgeordnete. Stärkste Fraktion wäre die Union mit 231 Mandaten, gefolgt von den Grünen mit 171 Delegierten und je 114 Sitzen für SPD und FDP. Die Linke würde 57 Abgeordnete stellen, die AfD 73.

Union und Grüne kämen demnach auf zusammen 402 Mandate - das würde für eine Zweier-Koalition reichen. Regierungsfähig wären auch die sogenannte Deutschland-Koalition aus CDU/CSU, SPD und FDP mit zusammen 459 Mandaten sowie eine "Ampel" aus Grünen, SPD und FDP mit 399 Mandaten.

Kanzlerfrage: Laschet überholt Baerbock

Bei der Kanzlerpräferenz verliert derweil die Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock ihren ersten Platz an den Unions-Kandidaten Armin Laschet. Der CDU-Chef und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen gewinnt drei Prozentpunkte hinzu: 23 Prozent der Wahlberechtigten würden sich für ihn entscheiden, wenn Kanzler oder Kanzlerin direkt gewählt würden.

Dagegen verliert Grünen-Chefin Baerbock im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und erreicht nun 20 Prozent Zustimmung. Kurz nach ihrer Nominierung hatten sich noch mehr als 30 Prozent der Wahlberechtigten für sie ausgesprochen. Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verliert einen Prozentpunkt und kommt nun auf 15 Prozent. 42 Prozent der Wähler würden sich für keinen der drei entscheiden.

Zulegen kann die Union auch bei der Frage nach der Kompetenz der Parteien. Auf die Frage, welche Partei am besten mit den Problemen in Deutschland fertig werden könnte, entscheiden sich 27 Prozent für CDU und CSU. Das ist ein Zuwachs von vier Prozentpunkten und der höchste Kompetenz-Wert seit vier Monaten. Die Grünen kommen auf 10 Prozent, 4 Prozent billigen der SPD politische Kompetenz zu. 49 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass keine Partei die Probleme in Deutschland lösen könne.

32 Prozent der Bundesbürger rechnen derweil damit, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland in den kommenden Jahren verbessern werden. 22 Prozent glauben, dass die wirtschaftliche Lage unverändert bleibt, 43 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Damit sind die Deutschen im Juni weniger pessimistisch als bislang während der Corona-Krise.

Welche Koalition ist am beliebtesten?

Unter den möglichen Koalitionen - unabhängig davon, ob sie derzeit eine Mehrheit erreichen - gibt es allerdings keinen klaren Favoriten bei den Wählern: Für eine schwarz-grüne Regierung sprechen sich 17 Prozent der Wahlberechtigten aus, für eine schwarz-rote Regierung 14 Prozent. Einer Koalition aus Union, SPD und FDP würden 12 Prozent den Vorzug geben, einem Bündnis aus Union, Grünen und FDP 9 Prozent. Eine Grün-geführte Koalition mit der Union bevorzugen 10 Prozent, ebenso wie ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linken. Für eine "Ampel" aus Grünen, SPD und FDP sprechen sich 7 Prozent aus.

Unter den CDU-Anhängern sind 41 Prozent für Schwarz-Grün, bei den CSU-Anhängern sind es lediglich 29 Prozent. Andererseits sind 42 Prozent der Grünen-Anhänger für eine Koalition mit CDU und CSU - wenn die Grünen die Kanzlerin stellen. Einer Unions-geführten Koalition stimmen noch 19 Prozent der Grünen-Anhänger zu. Zum Vergleich: Für ein grün-rot-rotes "Linksbündnis" wären 15 Prozent der Grünen-Wähler.

Auch FDP-Anhänger wünschen sich eine Regierungsbeteiligung - aber nur unter Führung der Union. Jeweils 32 Prozent der liberalen Wähler sähen die FDP gern in einer Dreier-Koalition mit Union und Grünen oder Union und SPD. Bei den Linken-Anhängern befürworten 65 Prozent ein sogenanntes Linksbündnis.

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen sowie zu politischer Kompetenz und zu Wirtschaftserwartungen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 8. bis 14. Juni 2021 erhoben. Datenbasis: 2501 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Die Daten zu Koalitionspräferenzen wurden am 10. und 11. Juni 2021 erhoben. Datenbasis: 1003 befragte Wahlberechtigte.

Quelle: ntv.de, mli

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.