Politik

Eine Amtszeit der scharfen Töne Varoufakis' provokanteste Sprüche

Yanis Varoufakis ist ein Provokateur - der griechische Finanzminister ist er nicht mehr. Trotzdem hat er es innerhalb von nur 260 Tagen geschafft, im kollektiven europäischen Gedächtnis zu bleiben. Und das liegt auch an seinen markigen Sprüchen. N-tv.de hat seine umstrittensten Statements zusammengefasst:

29. Januar: "Wir sind für einen bescheidenen Lebensstil", sagte Varoufakis bei seiner ersten Pressekonferenz als griechischer Finanzminister. "Wir glauben nicht, dass Entwicklung gleichbedeutend ist mit einer Zunahme von Porsche Cayenne in den engen Straßen unserer Städte, mit Müll an den Stränden und CO2 in der Atmosphäre."

5. Februar: "Wir sind uns nicht einmal einig, dass wir uns uneinig sind", sagte Varoufakis nach einem Treffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin.

8. Februar: "Der Austritt Griechenlands aus dem Euro ist für uns keine Perspektive, ganz einfach weil wir denken, dass Europa zerbrechlich ist", sagte Varoufakis dem italienischen Rundfunksender RAI. "Es ist wie bei einem Kartenhaus: Wenn Sie die griechische Karte rausziehen, stürzten auch die anderen ein."

11. Februar: Für Schäuble und Kanzlerin Angela Merkel fand Varoufakis im "Stern"-Interview überraschend lobende Worte: "Wolfgang Schäuble ist vermutlich der einzige europäische Politiker mit intellektueller Substanz", so der Grieche. "Angela Merkel ist die mit Abstand scharfsinnigste Politikerin in Europa."

25. Februar: Weniger freundlich dann diese Warnung an Schäuble und die anderen Euro-Finanzminister in der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo": "Wenn Ihr denkt, Ihr tut gut daran, fortschrittliche Regierungen wie unsere zur Strecke zu bringen, dann macht Euch auf das Schlimmste gefasst."

27. Februar: Eine Reformliste aus Athen war schwammig formuliert - und Varoufakis lobte sich und seine Regierung dafür. "Wir sind stolz auf das Niveau der Ungenauigkeit", sagte er dem griechischen Sender Antenna TV. Denn mit dieser "produktiven Ungenauigkeit" sei eine Zustimmung der Europartner leichter zu erreichen.

15. März: In der ARD-Sendung "Günther Jauch" sprach Varoufakis mit Blick auf die Finanznöte seines Landes von "unbedeutenden kleinen Liquiditätsproblemen". Noch am selben Tag reagierte er auf einen Bericht der "Bild"-Zeitung über seinen angeblich bevorstehenden Rücktritt: "Es ist eine Ehre, dass 'Bild' versucht, mir zu schaden", sagte er der griechischen Nachrichtenagentur ANA. "Je mehr sie es machen, umso besser schlafe ich nachts."

3. Juli: "Wir haben ein sehr schlechtes Regierungssystem in Europa", kritisierte Varoufakis im britischen Sender BBC. "Das ist keine gute Art, eine Währungsunion zu führen. Das ist eine Parodie. Es ist ein Theater der Fehler seit nunmehr fünf Jahren." Die EU-Sanierungsauflagen an Athen würden als "das größte Scheitern der Wirtschaftsgeschichte" in Erinnerung bleiben.

4. Juli: "Was sie mit Griechenland machen, hat einen Namen - Terrorismus", kritisierte Varoufakis die Gläubiger vor dem Referendum in der spanischen Zeitung "El Mundo". "Warum haben sie uns gezwungen, die Banken zu schließen? Um Angst unter den Leuten zu schüren. Und das Phänomen, Angst unter den Menschen zu verbreiten, nennt man Terrorismus."

6. Juli: Nach seinem Rücktritt schrieb Varoufakis auf seinem Internet-Blog, einige Mitglieder der Eurogruppe hätten ihm klar gemacht, dass sie ihn nicht mehr bei ihren Treffen haben wollten. "Ich werde die Abscheu der Gläubiger mit Stolz tragen."

Quelle: ntv.de, jug/AFP