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Wer diesen Mann sieht, soll die Polizei rufen.
Wer diesen Mann sieht, soll die Polizei rufen.(Foto: Bundeskriminalamt)
Mittwoch, 21. Dezember 2016

Was wir über Anis Amri wissen: Verdächtiger sollte abgeschoben werden

Der Attentäter von Berlin ist noch nicht gefasst. Die Ermittler haben aber eine heiße Spur: Es gibt einen neuen Verdächtigen, nach dem gefahndet wird. Er stand bereits unter Terrorverdacht und sollte eigentlich schon abgeschoben sein. Ein Überblick.

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gibt es eine heiße Spur. Ein Verdächtiger ist zur Fahndung ausgeschrieben. Gesucht wird nach Anis Amri, gegen den schon wegen Terrorverdachts ermittelt wurde. Die Informationen dazu im Überblick:

Öffentliche Fahndung:

  • Nach Anis Amri wird europaweit gefahndet.
  • Es steht laut Bundeskriminalamt unter dringendem Tatverdacht.
  • Innenminister Thomas de Maizière hatte zuvor betont, dass es sich bei dem Verdächtigen nicht zwingend um den Attentäter handeln müsse. Es könnte also auch ein möglicher Komplize oder Drahtzieher des Anschlags sein.
  • Amri ist Tunesier, 24 Jahre alt. Er spricht gebrochenes Deutsch, ist 178 Zentimeter groß, wiegt ca. 75 Kilogramm, hat schwarze Haare und braune Augen.
  • Für die entscheidenden Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, ist eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro ausgesetzt.
  • Der Mann könnte bewaffnet sein. Wer ihn sieht, soll die Polizei rufen und sich nicht selbst in Gefahr bringen.

Die Spur:

  • Am Tatort wurde die Duldungsbescheinigung von Amri gefunden, wie Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger bestätigte. Laut "Spiegel" und "Bild"-Zeitung wurde sie im Führerhaus des Lkw entdeckt.
  • Allerdings benutzte der Verdächtige mehrere Namen. Laut Berichten waren darunter die Namen Ahmed A. und Mohammed A.

Wo lebte der Mann?

  • Der Verdächtige hielt sich wechselweise in Berlin und Nordrhein-Westfalen auf.
  • Seit Februar 2016 war sein Lebensmittelpunkt Berlin.
  • Der Mann war laut Jäger im Juli 2015 nach Deutschland gekommen.
  • Im Kreis Kleve in NRW wurde seine Duldungsbescheinigung ausgestellt.
  • Er stellte einen Asylantrag. Dieser wurde im Juni 2016 abgelehnt. Daraufhin sollte er abgeschoben werden.
  • Laut Sicherheitskreisen tauchte er diesen Dezember unter.

Warum wurde er nicht abgeschoben?

  • Laut Jäger konnte der Mann nicht abgeschoben werden, weil er keine gültigen Papiere hatte.
  • Tunesien habe zunächst bestritten, dass er Bürger des Landes sei.
  • Erst heute hätten die tunesischen Behörden Passersatzdokumente geschickt.

Was wussten die Behörden?

  • Jäger bestätigte, dass der Verdächtige im Visier der Sicherheitsbehörden stand: Das gemeinsame Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern habe sich diesen November mit ihm beschäftigt.
  • Im Herbst hat das Landeskriminalamt in NRW beim Generalbundesanwalt ein Verfahren initiiert - wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenen Straftat. Die Ermittlungen seien in Berlin geführt worden, erklärte Jäger.
  • Der Mann soll in der Islamistenszene vernetzt sein. Er wurde von mehreren Sicherheitsbehörden als "Gefährder" eingestuft.
  • Laut "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR soll er Kontakt zum Netzwerk des kürzlich verhafteten Salafisten-Predigers Abu Walaa gehabt haben. Walaa galt als derzeitige Nummer Eins der Terrormiliz IS in Deutschland. Der Verdächtige sei deshalb von der Polizei abgehört worden.
  • Zudem war der Gesuchte der Polizei bereits wegen Körperverletzung bekannt, wie die "Bild"-Zeitung berichtet.

Quelle: n-tv.de

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