Politik

Kauf von Atomtechnologie Verstößt der Iran gegen Sanktionen?

2015-04-29T161850Z_1157875690_GF10000077509_RTRMADP_3_IRAN-NUCLEAR-ZARIF.JPG8303220959171012957.jpg

Irans Außenminister Sarif bei einem Gespräch an der New Yorker Universität. Er ist optimistisch, dass das Atomabkommen zustande kommt.

(Foto: REUTERS)

Ausgerechnet in der Endphase der Atomgespräche mit dem Iran wirft Großbritannien dem Land vor, Atomtechnologie kaufen zu wollen und damit gegen Sanktionen zu verstoßen. Die UN übernimmt den Vorwurf. Derweil gibt es Zoff auf Twitter - mit einem US-Senator.

Der Iran versucht laut einem vertraulichen UN-Bericht, trotz der bestehenden Sanktionen Atomtechnologie einzukaufen. Die britische Regierung in London habe die Vereinten Nationen am 20. April darüber informiert, dass der Iran über zwei den internationalen Sanktionen unterliegende Firmen versuche, an Nukleartechnologie zu kommen, heißt es in dem UN-Bericht. Er verweist jedoch darauf, dass die Angaben aus London nicht unabhängig überprüft werden könnten.

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hatten sich Anfang April mit dem Iran auf Eckpunkte für ein Abkommen geeinigt, das dem Land die friedliche Nutzung der Atomenergie ohne die Möglichkeit zur Herstellung von Nuklearwaffen erlauben soll. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass der Iran die Zahl seiner Zentrifugen zur Urananreicherung deutlich reduziert und internationale Kontrollen zulässt. Im Gegenzug sollen die internationalen Sanktionen gegen den Iran schrittweise gelockert werden.

Bis Ende Juni soll ein endgültiges Atomabkommen stehen. Der Iran, die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland setzten dazu in New York ihre Verhandlungen fort. Beide Seiten arbeiteten intensiv am Entwurf des finalen Abkommens, schrieb Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif auf seiner Facebook-Seite. Er zeigte sich optimistisch, dass bis Ende Juni die Verhandlungspartner ein umfassendes Abkommen erzielen.

Streit auf Twitter

Mit US-Senator Tom Cotton lieferte sich Sarif derweil ein Wortduell via Twitter. Der Republikaner Cotton forderte den Außenminister in einem Tweet zu einem Rededuell heraus: "Hier ist das Angebot: Wir treffen uns in Washington, Zeit bestimmen Sie, zu einer Debatte über Irans Politik von Tyrannei, Betrug und Terror." Am Donnerstag antwortete der Iraner: "Ernsthafte Diplomatie, nicht machohafte Hetzkampagnen, ist das, was wir brauchen."

Allerdings gratulierte Sarif Cotton zugleich zur Geburt seines Sohnes und wünschte der ganzen Familie Frieden. Cotton dagegen setzte nach und twitterte: "Ich verstehe, dass Sie ablehnen. Sie haben sich ja auch als Sie 20 waren während des Irak-Iran-Krieges in den USA versteckt, als Bauern und Kinder in den Tod geführt wurden."

Der Streit, so das US-Nachrichtenportal "Politico", habe sich an einer Bemerkung Sarifs in New York entzündet. Dort habe er gesagt, wenn es in den nächsten Monaten einen Deal im Atomstreit mit dem Iran gebe, würden die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben, "ob Senator Cotton das gefällt oder nicht".

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen