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Regierung schweigt über Details Weitere IS-Anhänger sollen geholt werden

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Nach dem Ende des selbsternannten Kalifats: IS-Anhängerinnen im Lager al-Hul in Syrien.

(Foto: AP)

Die ersten IS-Rückkehrerinnen mitsamt Kindern sind von der Bundesregierung aus syrischen Lagern nach Deutschland zurückgeholt worden. Gegen alle drei Frauen ermittelt die Justiz, eine wird noch am Flughafen verhaftet. Weitere Flüge sind geplant, doch das Auswärtige Amt will keine Zahlen nennen.

Das Auswärtige Amt plant, weitere Deutsche aus Nordostsyrien zurückzuholen. Man arbeite "mit Hochdruck" daran, "die Ausreise vor allem deutscher Kinder aus Nordost-Syrien zu ermöglichen", hieß es aus dem Ministerium auf Anfrage. Zu diesem Zweck stehe das Auswärtige Amt "auch mit kurdischen Gruppen in Kontakt". Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet, dass das Auswärtige Amt mit der kurdischen Autonomieverwaltung "über eine zweistellige Zahl deutscher Frauen" verhandele, die sich in der Vergangenheit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen hätten und sich aktuell in Gefangenenlagern der kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) befinden sollen.

Das Außenamt wollte auf Anfrage weder die Zahl kommentieren, noch dass es bei den Plänen um die Rückholung von "IS-Anhängerinnen" gehe. Am Morgen hatte das Auswärtige Amt die am Samstag bekanntgewordene Rückholaktion von drei Frauen und zwölf Kindern aus Camps in Nordostsyrien nach Deutschland bestätigt, machte dabei aber ebenfalls keine Angaben zu einer mutmaßlichen IS-Vergangenheit der Frauen. Bei den Personen, die nach Deutschland zurückgeholt wurden, handelt es sich den Angaben des Ministeriums zufolge um zwölf Kinder, darunter sieben Waisen, und drei Frauen aus den Lagern Roj und Al Hol im Nordosten Syriens.

Mit 15 zum IS: Festnahme bei Landung

Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, darunter der SWR, die "Bild" und die "Deutsche Welle", dass es sich um deutsche Frauen handele, die nach Syrien ausgereist waren, um sich dem IS anzuschließen. Nach dpa-Informationen wurde eine dieser Frauen gleich nach ihrer Ankunft am Flughafen Frankfurt festgenommen.

Der Generalbundesanwalt wirft der jungen Frau aus Sachsen-Anhalt unter anderem die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland sowie Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, wie die Behörde mitteilte. Gegen die Frau war im Mai dieses Jahres ein Haftbefehl erlassen worden. Sie wurde noch am Sonntag einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der den Haftbefehl in Vollzug setzte.

Im März 2015 soll die damals 15-Jährige nach Syrien gereist sein, sich dort dem IS angeschlossen und einen Angehörigen des Geheimdienstes der Terrormiliz geheiratet haben. Gemeinsam mit ihrem Mann soll sie zeitweise eine jesidische Frau als Sklavin gehalten und diese weiterverkauft haben. Zusammen mit ihrem Ehemann und den zwei gemeinsamen Kindern flüchtete sie den Angaben zufolge im Sommer 2017 aus der nordsyrischen Stadt Al-Rakka. Auch gegen die beiden anderen zurückgeholten Deutschen an Bord des Flugzeugs wird ermittelt.

Quelle: ntv.de, mau/dpa