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Von der Leyen in Afghanistan "Wir werden langen Atem haben müssen"

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Von der Leyen (in gelb) besucht die Soldaten (in grün) in Afghanistan.

(Foto: picture alliance / Michael Kappe)

In den vergangenen Jahren haben mehrere Staaten ihre Truppen in Afghanistan reduziert. Ein Fehler, wie Verteidigungsministerin von der Leyen sagt. Das Land werde noch lange Hilfe brauchen. Auch die USA weiten ihr Engagement aus.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan in den vergangenen Jahren als zu schnell kritisiert und einen langen Atem beim Einsatz am Hindukusch gefordert. Die Zahl der internationalen Truppen sei mit dem Ende des Isaf-Kampfeinsatzes 2014 zu schnell gesenkt worden, sagte die CDU-Politikerin bei einem Besuch der Soldaten im nordafghanischen Masar-i-Scharif.

Inzwischen habe die internationale Gemeinschaft aber gelernt, dass sie mehr Geduld aufbringen müsse. "Wir alle wissen, dass die Sicherheitslage im Land nach wie vor angespannt ist". Die Afghanen brauchten weiter die Unterstützung, Beratung und die Ausbildung durch die ausländischen Soldaten. "Es gibt noch viel zu tun. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Engagement auf dem richtigen Weg sind", sagte die geschäftsführende Ministerin. "Wir werden einen langem Atem haben müssen. Afghanistan wird uns noch lange begleiten."

Zweitgrößter Truppensteller

US-Präsident Donald Trump hatte im Sommer die Aufstockung der US-Truppen angekündigt und damit nach Jahren des Truppenabbaus eine Trendwende eingeleitet. Zu Hochzeiten des Isaf-Kampfeinsatzes waren rund 150.000 ausländische Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Aktuell sind es noch gut 17.000, darunter 10.000 Amerikaner.

Deutschland hatte seine Truppen am Hindukusch 2016 wieder aufgestockt und hat momentan knapp 1000 Soldaten vor allem in Masar-i-Scharif und Kabul stationiert. Die Bundeswehr ist damit der zweitgrößte Truppensteller nach den USA. Aufgabe der deutschen Soldaten ist die Beratung der einheimischen Sicherheitskräfte als Teil des Nato-Einsatzes "Resolute Support". Ein Teil der US-Soldaten dagegen ist abseits dieser Mission weiter im Kampfeinsatz.

Mehr US-Bomben gegen Taliban

Mit Trumps Strategiewechsel verschärfte das US-Militär auch den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban. Die USA warfen dieses Jahr drei Mal so viele Bomben über Afghanistan ab wie 2016, US-Spezialkräfte ziehen zudem routinemäßig mit afghanischen Elitetruppen in den Einsatz. Hunderte Taliban wurden dabei getötet.

Der Bundestag hatte erst vergangene Woche der Verlängerung der Mandate für sieben Auslandseinsätze der Bundeswehr um zunächst drei Monate zugestimmt. Mit der kurzen Frist sollte einerseits verhindert werden, dass die Mandate zum Jahresende oder Ende Januar auslaufen, andererseits aber Entscheidungen einer neuen Bundesregierung nicht vorgegriffen werden.

Auch das Afghanistan-Mandat wurde zunächst nur bis Ende März verlängert. Die aktuelle Obergrenze liegt bei 980 Soldaten. Deutschland trägt als "Rahmennation" im Norden Afghanistans die Verantwortung für die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte im Zuge des internationalen Einsatzes "Resolute Support" der Nato.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/AFP

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