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"Erbarmungslos 130 Leben zerstört" Zahl der Opfer von Paris steigt

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Eine Woche nach den Anschlägen erinnern auf dem Place de la Republique Blumen und Kerzen an die Opfer des Terrors.

REUTERS

Ein bei den Anschlägen von Paris verwundeter Mensch erliegt seinen Verletzungen. Die Zahl der Opfer erhöht sich damit auf 130. Nach Angaben von Premier Valls ringen "viele noch mit dem Tod".

Die Zahl der Todesopfer der Anschläge von Paris ist auf 130 gestiegen. Die "Terroristen" hätten bei der Attacke vor einer Woche "erbarmungslos 130 Leben zerstört", sagte Frankreichs Regierungschef Manuel Valls im französischen Senat. Sein Umfeld bestätigte daraufhin, dass die Zahl der Toten von 129 auf 130 gestiegen sei. Demnach erlag bereits am Donnerstag ein Anschlagsopfer in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Von den rund 350 Verletzten würden "viele noch mit dem Tod ringen", sagte Valls.

Neben zahlreichen Franzosen kamen auch 25 Menschen aus 20 verschiedenen Ländern ums Leben. Das gab Justizministerin Christiane Taubira in Paris bekannt. Auch acht Länder der Europäischen Union seien betroffen. Unter den Opfern waren zwei Deutsche. Die bisher insgesamt 130 Toten seien inzwischen alle identifiziert, schrieb das Justizministerium.

Derweil stimmte auch der Senat als zweite Kammer des Parlaments der Verlängerung des Ausnahmezustands bis Ende Februar zu. Die Sicherheitsbehörden erhalten damit erweiterte Befugnisse. Zuvor hatte bereits die Nationalversammlung für die dreimonatige Verlängerung des seit dem 14. November geltenden Ausnahmezustands votiert.

Weiterer Attentäter identifiziert

Schwerbewaffnete Angreifer hatten am Freitag vergangener Woche die Pariser Konzerthalle Bataclan, mehrere Bars und Restaurants sowie das Fußballstadion Stade de France in Saint-Denis attackiert. Zu dem tödlichsten Anschlag in der Geschichte Frankreichs bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Ein weiterer der Attentäter wurde nun identifiziert. Die Fingerabdrücke des Terroristen, der sich am Eingang H des Fußball-Stadions Stade de France um 21.30 Uhr in die Luft gesprengt hatte, entsprechen denen eines Mannes, der am 3. Oktober in Griechenland erfasst wurde, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris mit. Bei derselben Kontrolle in Griechenland wurde demnach auch ein zweiter Attentäter registriert, der sich um 21.20 Uhr am Eingang D des Stadions mit einem Sprengstoffgürtel umgebracht hatte. Bei den Überresten dieses Mannes war ein syrischer Pass auf den Namen Ahmed al-Mohammed gefunden worden. Dieser könnte aber auch eine Fälschung sein oder eigentlich einer anderen Person gehört haben.

Merkel reist nach Paris

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Mittwoch zu einem Treffen mit Frankreichs Präsident François Hollande nach Paris. Eine Regierungssprecherin bestätigte in Berlin einen entsprechenden Medienbericht. Geplant sei ein informelles Abendessen, sagte die Sprecherin. Das Treffen findet einen Tag nach Hollandes Visite in Washington und Gesprächen mit US-Präsident Barack Obama und einen Tag vor seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau statt. Dabei soll es jeweils um eine "große Koalition" im Kampf gegen den IS gehen.

Auch das Treffen mit Merkel solle dazu dienen, nach der Anschlagsserie von Paris den gemeinsamen Kurs im Kampf gegen den IS abzustimmen, hieß es in einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In westlichen Sicherheitskreisen gebe es die Sorge, Paris könnte gewillt sein, im Gegenzug für eine Kooperation Moskaus gegen den IS die im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen gegen Russland zu lockern.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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