Pressestimmen

Vorwahlen der US-Republikaner in Florida Romney "zeigte eiskalte Skrupellosigkeit"

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Mitt Romney präsentiert sich als der Mann, der die US-Wirtschaft aus dem Tal führen und Jobs schaffen kann.

(Foto: REUTERS)

Triumph für Mitt Romney in Florida: Mit einem klaren Vorwahlsieg hat sich der Multimillionär im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur wieder in die Favoritenrolle katapultiert. Mit 46 Prozent der Stimmen deklassiert Romney seinen ärgsten Rivalen Newt Gingrich, der lediglich auf 32 Prozent kommt. Der 64-Jährige spricht von einem "großen Sieg" und äußert sich zuversichtlich, Präsident Barack Obama bei den Präsidentschaftswahlen im November schlagen zu können. Wie gefährlich der Ex-Gouverneur tatsächlich für den US-Präsidenten - und für Europa - werden könnte, darüber spekuliert die Presse.

"Romneys Rivalen können nur noch hoffen, dass ein wahrer Skandal den Favoriten fällt", kommentiert die Frankfurter Rundschau den Sieg des Ex-Gouverneurs von Massachusetts bei den Vorwahlen der Republikaner in Florida. Romney habe "die erste große Krise seines Wahlkampfes bravourös bewältigt", heißt es weiter: "In zwei Fernsehdebatten schlug er Newt Gingrich. Und in Florida gelang es ihm wieder, den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses mit Hilfe peinlicher Fakten aus dessen langer politischer Karriere zu diskreditieren. Er zeigte eine eiskalte Skrupellosigkeit, die ihm viele nicht zugetraut hatten". Für die Zeitung aus Hessen stellt sich die Frage, ob Romney ein chancenreicher Gegner für Barack Obama sei. Die Antwort: "Die Gehässigkeiten im republikanischen Lager hatten einen Preis. In seiner Partei hat sich Romney durchgekämpft. Sein Ansehen bei den Wählern insgesamt aber sank nach den Enthüllungen über seinen Reichtum und seinen Opportunismus".

Einen ähnlichen Standpunkt vertritt die Rhein-Zeitung: "Je länger der republikanische Bürgerkrieg dauert, desto gelassener kann ihm Barack Obama aus der sicheren Entfernung des Weißen Hauses zusehen. Angesichts der Bitterkeit seiner Konkurrenten wirkt er souveräner, als ihn bessere, sachlichere Gegner aussehen lassen würden". Für den Kommentator des Blattes aus Koblenz/Mainz steht fest: "Falls die Schlammschlacht tatsächlich bis zum Sommer andauert, wie Gingrich es im Moment prophezeit, dürfte ein arg zerzauster, schwer angeschlagener Sieger bei der Grand Old Party aufs Treppchen steigen. Den Präsidenten wird's freuen".

Die Stuttgarter Zeitung ist anderer Ansicht: "Mitt Romney hat viele Schwächen. Im Vorwahlkampf hat er sich weit nach rechtsaußen gelehnt. Aber das entscheidende Thema dieses Wahlkampfes, die Wirtschaftspolitik, kann er glaubwürdig beackern. Dass er Multimillionär ist, spielt bei den Sympathisanten der Republikaner keine Rolle. Romney ist im Wahlkampf gerade bei der Verteidigung seines Geschäftserfolges kämpferischer und lockerer geworden ist". Der Kommentator aus Baden-Württemberg kommt zu dem Schluss: "Er wäre für Barack Obama ein formidabler Gegner".

Das Handelsblatt denkt bereits weiter: "Wenn Mitt Romney als Präsident mit dem Ernst machen sollte, was er als Wahlkämpfer verspricht, dann wird es unter seiner Regie ungemütlich zwischen Europa und den USA. Denn dieser Mitt Romney lässt keine Gelegenheit aus, um Europa schlechtzureden, herabzuwürdigen und mit dem Begriff Sozialismus gleichzusetzen. Nach seinem Sieg über Newt Gingrich in Florida karikierte er Barack Obama als Marionette Europas. Und Europa als im Niedergang befindlichen Wohlfahrtsstaat. Dabei müsste es Romney besser wissen. Doch dieses Wissen blendet er aus".

Quelle: ntv.de, zusammengestellt von Susanne Niedorf-Schipke

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