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Fristlose Kündigung 18 Katzen sind zu viel

Die Genehmigung des Vermieters für die Haltung einer Katze liegt vor. Aus einer werden zwei und im Laufe der Jahre nimmt die Natur ihren Lauf - schließlich besiedeln anderthalb Dutzend Tiere die Wohnung. Nun brauchen sie eine neue Bleibe.

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Bei 18 Katzen ist davon auszugehen, dass die Störfaktoren überwiegen.

(Foto: imago/Westend61)

Katzen gelten im Allgemeinen als verträgliche Untermieter. Und so haben die wenigsten Vermieter etwas gegen die Haltung in ihrer Wohnung einzuwenden. 18 von ihnen sind dann wohl doch etwas zu viele und rechtfertigen eine fristlose Kündigung des Mietobjektes, wie das Amtsgericht Augsburg entschieden hat. 

In dem verhandelten Fall mietete ein Geschwisterpaar eine 100-Quadratmeter-Wohnung in Augsburg. Die Erlaubnis, eine Katze mit einziehen zu lassen, lag vom Vermieter vor.

Doch es dauerte nicht lange und die Zahl der Stubentiger wuchs auf 18 - einhergehend mit Beschwerden der anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses. Der Vorwurf: Im Treppenhaus stinke es nach Katzenurin. Der Vermieter kündigte daraufhin den Geschwistern fristlos.

Diese bestritten die Vorwürfe und argumentierten, dass die Katzen in der Wohnung ausreichend Platz hätten - schließlich seien nur sieben Tiere ausgewachsen, der Rest erst wenige Wochen alt.

Die Einwände der Katzenliebhaber bleiben ohne Erfolg. Nach Meinung des Amtsgerichtes diene die Wohnung in erster Linie zu Wohnzwecken und nicht der Betreuung von Katzen. Insofern ist die tatsächliche Geruchsbelästigung nicht entscheidend. Ausschlaggebend ist vielmehr die mit der 18-fachen Katzenhaltung einhergehende Pflichtverletzung der Mieter. Diese rechtfertigt eine fristlose Kündigung der Wohnung.   

Grundsätzlich können Vermieter nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) die Tierhaltung nur noch nach einer individuellen Einzelfallprüfung verbieten - und auch nur dann, wenn die "Störfaktoren" überwiegen (Az.: VIII ZR 168/12). Pauschale Verbotsklauseln in einem Mietvertrag sind demnach unwirksam. Diese benachteiligen den Mieter unangemessen, weil sie ihm eine Hunde- und Katzenhaltung ausnahmslos und ohne Rücksicht auf besondere Fallgestaltungen und Interessenlagen verbietet.

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Quelle: n-tv.de, awi

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