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Vor einer Behandlung müssen Mediziner über Risiken und eventuelle Alternativen aufklären.
Vor einer Behandlung müssen Mediziner über Risiken und eventuelle Alternativen aufklären.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 06. September 2018

Zahnarztrechnung vorm BGH : 34.000 Euro für misslungene Implantate?

Ein schönes Lächeln kann teuer sein - zumindest dann, wenn mit Zahnimplantaten nachgeholfen wird. Schnell werden einige Tausend Euro fällig - pro Zahn. Ärgerlich wird es, wenn die Behandlung misslingt, der Dentist aber dennoch eine Rechnung schickt.

Ein Lächeln ist die schönste Art Zähne zu zeigen. Und wenn das nicht klappt - beispielsweise weil die Zähne schlecht sind, beziehungsweise eine Behandlung fehlgeschlagen ist - muss schon mal der Bundesgerichtshof ran.

So auch in einem Fall, der nun vor dem obersten deutschen Zivilgericht verhandelt wurde (Az.: III ZR 294/16). Gestritten wurde um eine Zahnarztrechnung, die vom Dentisten gestellt wurde, nachdem sich eine Patientin von ihm acht Implantate hatte einsetzen lassen. Allerdings wohl mit mangelhaftem Erfolg. Denn nachdem alle Implantate innerhalb nur einer Sitzung gesetzt wurden, traten im Anschluss Komplikationen auf. Worauf die Frau die Behandlung abbrach.

Die Rechnung vom Zahnarzt bekam sie dennoch. 34.277 Euro sollte sie demnach für die Behandlung zahlen. Was die Patienten unter der Begründung ablehnte, dass es zu massiven Behandlungsfehlern während der Eingriffe gekommen sei. Zudem sei bereits kein wirksamer Behandlungsvertrag zustande gekommen, da sie nicht über die medizinischen Risiken der Behandlung und eventuelle Alternativen aufgeklärt worden war. Auch habe der Zahnarzt ihre Einwilligung durch Täuschung erschlichen, weil die vereinbarte computernavigierte Implantation nicht durchgeführt wurde.

Ein Gutachter stellte denn auch fest, dass keines der Implantate brauchbar sei und empfahl die Entfernung. Wofür sich die Frau nach Auskunft ihres Anwalts nun auch entschlossen hat -  mit dem Risiko des Verlustes von Knochensubstanz. Ungeachtet der bislang ungeklärten Honorarfrage.

So wies das zuständige Landgericht zunächst die Klage des Mediziners auf Begleichung der Rechnung ab. Im Berufungsverfahren gestand das Oberlandesgericht dem Zahnarzt zumindest eine Summe von knapp 17.000 Euro für die verpfuschte Behandlung zu. Wogegen sich nun wiederum die Patienten mit ihrer Revision an den Bundesgerichtshof gewandt hat, mit dem Ziel, dass das landgerichtliche Urteil wiederhergestellt wird.

Der BGH gibt voraussichtlich kommende Woche seine Entscheidung bekannt.  

Quelle: n-tv.de