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Na, dann Prost Alkohol bei der Arbeit - was geht?

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Der Arbeitgeber kann entscheiden, ob er Alkohol am Arbeitsplatz erlauben möchte.

(Foto: imago/Westend61)

Warum sich nicht den grauen Arbeitsalltag etwas schöntrinken, denkt sich so mancher und lässt die Korken knallen. Doch neben etwaiger gesundheitlicher Schäden gibt es beim Alkoholkonsum während der Arbeitzeit auch sonst einiges zu beachten.

Ein Geburtstag mit Kuchen und Sekt oder ein Einstand mit Brezeln und Bier ist oftmals eine gern gesehene Ablenkung im Arbeitsalltag. Und diese Form der Geselligkeit ist - sofern nicht anders vereinbart - auch erlaubt. Denn grundsätzlich herrscht hierzulande kein generelles Alkoholverbot am Arbeitsplatz, solange die Mitarbeiter ihre Pflichten aus dem Arbeitsvertrag mit einem Rausch nicht verletzen. Sogar Restalkohol ist dann erlaubt. Allerdings darf die Arbeitsleistung durch den Alkoholgenuss nicht beeinträchtigt werden.

Der Arbeitgeber hat aber die Möglichkeit, aufgrund seines Weisungsrechts ein allgemeines Alkoholverbot in seinem Unternehmen auszusprechen. Das kann er auch tun, ohne einen Grund zu nennen. In einem Unternehmen mit Betriebsrat muss dieser dem Verbot zustimmen. Arbeitsrechtler empfehlen zudem, dieses Verbot in die Betriebsordnung aufzunehmen und zusätzlich sichtbar auszuhängen, damit Missverständnisse vermieden werden. Widersetzt sich dennoch ein Mitarbeiter dem Verbot, kann der Arbeitgeber eine Abmahnung aussprechen. Kommt es zu mehrfachen Verstößen, kann auch eine verhaltensbedingte Kündigung gerechtfertigt werden. Dies gilt auch für Mitarbeiter, die beschwipst zur Arbeit kommen.

Darüber hinaus ist auch der Arbeitgeber arbeitsrechtlich dafür verantwortlich, für die Sicherheit der Mitarbeiter zu sorgen. Bei Verletzung seiner Fürsorgepflicht kann er schadenersatzpflichtig gemacht werden. Außerdem können diesem durch alkoholisierte Mitarbeiter hohe betriebswirtschaftliche Kosten entstehen. Auf der Arbeitnehmerseite darf sich ein Angestellter nach den berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschriften mit Alkohol nicht in einen Zustand versetzen, durch den er sich oder andere verletzen könnte. Auch das Arbeitsschutzgesetzt stellt die Beschäftigten unter die Pflicht für ihre eigene Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, als auch auf die ihres Umfeldes zu achten.

Striktes Alkoholverbot für bestimmte Berufe

Selbstverständlich herrscht bei einigen Berufsgruppen ein striktes Alkoholverbot. Dazu gehören beispielsweise Busfahrer, Piloten und Menschen, die gefährliche Maschinen zu bedienen haben. Diese müssen auch ihren Alkoholkonsum am Vorabend im Griff haben, sonst kann eine Abmahnung drohen. Oftmals wird in diesen Fällen aber gleich eine Kündigung fällig - ungeachtet dessen, ob es sich um Restalkohol oder eine aktuelle Promillezufuhr handelt. Passiert im alkoholisierten Zustand ein Unfall, kann der Trinker dafür haftbar gemacht werden. Auch strafrechtliche Folgen und Bußgelder sind möglich.

Natürlich kann ein schwerer Kater auch zur Arbeitsunfähigkeit führen - mit einer Krankschreibung als Konsequenz. Neben dem Unmut der Kollegen muss aber auch damit gerechnet werden, dass der Chef theoretisch das Gehalt um den Tag der Ernüchterung kürzen kann, da die Ursache der Nichtarbeitsfähigkeit selbst herbeigeführt wurde.

Alkoholsucht im Arbeitsalltag

Übermäßiger Alkoholkonsum am Arbeitsplatz ist kein seltenes Thema und in vielen Unternehmen ein akutes Problem: Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt, dass jeder fünfte bis zehnte Mitarbeiter in einem Unternehmen einen riskanten oder gar schädlichen Suchtmittelkonsum betreibt. Private und persönliche, aber auch ungute Arbeitszustände können ein riskantes Konsumverhalten mit Alkohol auslösen.

Gewisse Faktoren am Arbeitsplatz wie beispielsweise Unter- beziehungsweise Überforderung, soziale Isolation oder fehlende Anerkennung können ein Alkoholproblem auslösen. Die bundesweite Fachstelle richtet sich deswegen auch direkt an die Arbeitgeber und ruft sie dazu auf, sensibel und aufmerksam zu agieren, Probleme so früh wie möglich anzusprechen und, wenn notwendig, auch Unterstützung anzubieten.

Quelle: n-tv.de

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