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BGH stellt klar Auch Taschenrechner am Steuer tabu

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Hände ans Steuer!

(Foto: imago images/Joko)

Wer sein Handy am Steuer benutzt, dem droht Ungemach. Das gilt auch für andere elektronischen Geräte. Zum Beispiel für einen herkömmlichen Taschenrechner.

Am Steuer gilt: Finger weg vom Mobiltelefon. Wer sein Handy dann mit den Händen benutzt, muss mit Bußgeldern, Punkten und Fahrverboten rechnen. Doch Autofahrer dürfen am Steuer auch keinen Taschenrechner benutzen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt auch für den herkömmlichen Taschenrechner klargestellt. Das teilten die Karlsruher Richter mit.

Der Autofahrer in dem konkreten Fall wird nun ein Bußgeld zahlen müssen. Der Immobilienmakler war 2018 mit dem Taschenrechner in der Hand am Steuer erwischt worden. Er wollte die Provision für einen bevorstehenden Kundentermin berechnen (Az.: 4 StR 526/19).

Sicherer, beide Hände am Lenkrad zu haben

Gesetzliche Grundlage der Entscheidung ist eine Änderung der Straßenverkehrsordnung aus dem Jahr 2017. Bis dahin war nur das Benutzen von Mobil- und Autotelefonen am Steuer ausdrücklich verboten. Die Neuregelung hat das Verbot auf alle elektronischen Geräte erweitert, die der Kommunikation, Information und Organisation dienen. Erfasst sind außerdem Geräte der Unterhaltungselektronik und Navigationsgeräte. Sie dürfen vom Fahrzeugführer nur noch benutzt werden, wenn sie hierfür weder aufgenommen noch in der Hand gehalten werden. Auch dann darf der Fahrer den Blick nur kurz vom Verkehr abwenden oder er muss eine Sprachsteuerung nutzen. Die entsprechende Verordnung soll gewährleisten, dass der Fahrzeugführer auch dann, wenn er ein Mobiltelefon benutzt, beide Hände frei hat, um die "Fahraufgabe" zu bewältigen.

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Unklar war, ob auch der Taschenrechner unter die Vorschrift fällt. Das Oberlandesgericht Hamm hatte beim BGH angefragt, weil sich die Gerichte nicht einig waren. Der Makler, der nicht nur mit Rechner, sondern auch zu schnell unterwegs war, war vom Amtsgericht Lippstadt in Westfalen zu einem Bußgeld von 147,50 Euro verurteilt worden.

Grundsätzlich ist es immer sicherer, beide Hände am Lenkrad zu haben. Jede Bedienung von Kommunikationsgeräten stört die Konzentration. Einer Studie eines britischen Instituts zufolge verlängert sich die Reaktionszeit um mehr als 2,5 Sekunden, wenn Autofahrer beispielsweise eine Smartwatch im Wagen nutzen. Damit reagieren sie sogar langsamer als beim Gebrauch eines Smartphones (etwa 1,85 Sekunden).

Quelle: ntv.de, awi/dpa