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Das Angebot an Online-Diensten rund um Banking könnte sich in den kommenden Monaten deutlich vergrößern.
Das Angebot an Online-Diensten rund um Banking könnte sich in den kommenden Monaten deutlich vergrößern.(Foto: imago/Ikon Images)
Dienstag, 08. Mai 2018

Online-Banking boomt: Bankfiliale wird zum Auslaufmodell

Noch kommt Bargeld nicht aus dem heimischen Drucker, aber mehr als drei Viertel der Internetnutzer hierzulande erledigen inzwischen ihre Bankgeschäfte online. Die große Mehrheit der Nutzer hält Online-Banking für sicher und hat sogar Spaß dabei, wie eine Umfrage zeigt.

Kontoauszüge am Automaten ziehen? Überweisungsschein mit dem Kuli ausfüllen? Für die große Mehrheit der Internetnutzer gehört derartiges Handeln der Vergangenheit an. Denn mehr als drei Viertel (76 Prozent) erledigen ihre Bankgeschäfte inzwischen online. Im Jahr 2016 setzten bereits 70 Prozent der Internetnutzer auf Online-Banking. Der Anteil könnte weiter wachsen, denn weitere 8 Prozent geben aktuell an, sie könnten sich vorstellen, auf Online-Banking umzusteigen, wie das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1006 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt.

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"Online-Banking ist für die große Mehrheit der Internetnutzer Alltag. Es ist sicher, jederzeit verfügbar und vor allem eines: bequem. Das Finanzwesen lässt sich durchgängig digitalisieren. Die Bankenwelt steht in den kommenden zehn Jahren vor einem ganz grundlegenden Umbruch", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Laut der Untersuchung gehen schon heute drei von zehn Online-Banking-Nutzern überhaupt nicht mehr in eine Filiale, sondern erledigen alles online. Jeder Zweite nutzt Online-Banking überwiegend, geht aber hin und wieder in eine Filiale. Gerade einmal 17 Prozent der Online-Banking-Nutzer sagen, dass sie überwiegend Filialen besuchen und die Online-Funktionen nur ab und an verwenden.

Sicherheitsbedenken bei Offline-Kunden 

Bislang gibt nur jeder Dritte an, schon einmal sein hauptsächlich genutztes Girokonto gewechselt zu haben. Gleichwohl dürfte der Bitkom-Studie zufolge die Bankenlandschaft vor gravierenden Veränderungen stehen. Inzwischen sind den Kunden bei der Wahl ihrer Bank digitale Angebote wichtiger als eine bekannte Marke. So geben 57 Prozent an, dass ihnen Digitalangebote wie Online-Banking, Banking-Apps oder auch Online-Beratung bei ihrer Bank wichtig sind, nur 47 Prozent sagen dies über die Bekanntheit der Marke. Entsprechend sagen 9 Prozent der Befragten, dass sie ihr Konto bereits bei einer reinen Online-Bank haben, 8 Prozent planen einen Wechsel innerhalb der kommenden zwölf Monate. Und weitere 19 Prozent geben an, dass sie sich grundsätzlich vorstellen können, ihre Bankgeschäfte bei einer reinen Online-Bank ohne Filialen zu erledigen.

Aber auch neue Wettbewerber sind der Studie zufolge für manchen Kunden interessant. Vier von zehn Befragten sind offen dafür, ihre Bankgeschäfte wie Überweisungen oder Einlagen über Finanzdienstleister wie Paypal und Payback oder sogar über Internet-Konzerne wie Amazon, Apple oder Google zu tätigen. "Wir erleben so etwas wie eine Entzauberung der Bankenwelt", so Berg.

Wer bislang kein Online-Banking nutzt, fürchtet laut der Untersuchung vor allem um seine Sicherheit. So geben jeweils acht von zehn Bundesbürgern, die bislang kein Online-Banking verwenden, an, dass sie Sorge haben, dass mehr Daten über sie gespeichert werden als beim Offline-Banking beziehungsweise dass sie Angst vor Kriminellen haben (77 Prozent). Zwei Drittel der Befragten wollen hingegen nicht auf den Kontakt mit Menschen beim Banking verzichten. 

Quelle: n-tv.de