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Harte Droge Bei einmaligem Kokainkonsum Lappen weg?

Wurde einer Person der Konsum von Kokain nachgewiesen, muss sie ihren Führerschein abgeben.

Wurde einer Person der Konsum von Kokain nachgewiesen, muss sie ihren Führerschein abgeben.

(Foto: picture alliance / Marius Becker/dpa)

Wer harte Drogen probiert, kann die Fahrerlaubnis verlieren. Spielt dabei eine Rolle, ob man im berauschten Zustand am Straßenverkehr teilgenommen hat? Eine Gerichtsentscheidung gibt Aufschluss.

Wer Kokain konsumiert, riskiert seinen Führerschein. Es reicht schon aus, harte Drogen nur einmal zu nehmen und auch unabhängig davon, ob die Person dann berauscht fährt.

Der Konsum muss also nicht im Zusammenhang mit Autofahren erfolgt sein. Darauf macht die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mit Verweis auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Trier (Az.: 1 L 3223/21.TR) aufmerksam.

Kokain und THC nachgewiesen

In dem verhandelten Fall wurde während einer Unfallaufnahme bei dem Fahrer der Konsum von Kokain und THC festgestellt. Daraufhin erkannte die Fahrerlaubnisbehörde dem in Deutschland wohnenden Mann das Recht ab, seinen ausländischen Führerschein in Deutschland zu nutzen.

Dagegen legte der Fahrer Widerspruch ein und beantragte ein Eilverfahren. Er begründete dies damit, dass es wohl zu einer unbeabsichtigten Aufnahme von Kokain gekommen sein müsse, da er das Glas sowie die Tabakblätter eines Bekannten mitbenutzte.

Harte Drogen konsumiert - Häufigkeit spielt keine Rolle

Das Gericht folgte seiner Argumentation nicht. Die Blutprobe habe gezeigt, dass der Antragsteller nicht nur geringe Mengen unbewusst eingenommen hatte, zumal angesichts eines noch über 96 Stunden später festgestellten Benzoylecgoninwertes. Der Delinquent habe sich als ungeeignet zum Führen von Fahrzeugen erwiesen, da die Einnahme harter Drogen im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) feststehe.

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Stünde diese fest, sei eine Fahrerlaubnis zwingend zu entziehen. Es reicht aus, wenn im Körper einmalig harte Drogen nachgewiesen werden. Häufigkeit und Höhe des Konsums harter Drogen sowie die Teilnahme am Straßenverkehr im berauschten Zustand spielen dafür keine Rolle. Im Fall einer im europäischen Ausland erteilten Fahrerlaubnis folgt daraus, dass dem Betroffenen das Recht aberkannt wird, von seiner Fahrerlaubnis im Bundesgebiet Gebrauch zu machen, befand das Gericht.

Der ADAC weist darauf hin, dass die Fahrerlaubnis in so einem Fall in aller Regel nur bei Nachweis einer einjährigen Abstinenz und positiver medizinisch-psychologischer Untersuchung wieder erteilt wird.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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