Ratgeber

Versteckte Preissteigerung Das ist die "Mogelpackung des Jahres"

Die Verbraucher haben ein Urteil gefällt. Auf Initiative der Verbraucherzentrale Hamburg waren sie aufgerufen, über Produkte, mit denen sie besonders getäuscht wurden, abzustimmen und den Herstellern einen Denkzettel zu verpassen. Dieses Produkt hat den Preis abgeräumt.

Das Nudelgericht Mirácoli von Mars ist zur "Mogelpackung des Jahres 2019" gewählt worden. Sie wurde von Verbrauchern per Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) bestimmt. Mehr als ein Drittel von insgesamt 43.044 abgegebenen Stimmen ging an das Nudelfertiggericht, das seit letztem Jahr ohne Käse verkauft wird. Verbraucher konnten unter insgesamt fünf Kandidaten den "Sieger" wählen. An der sechsten Wahl der "Mogelpackung des Jahres" nahmen so viele Verbraucher wie nie zuvor teil.

Auf dem zweiten Platz der Abstimmung landete der "100 % Bio Direktsaft Karotte" von Hipp mit 13.934 Stimmen (32,4 Prozent), Platz drei belegte die "Rama Unser Meisterstück" von Upfield mit 6329 Stimmen (14,7 Prozent). Danach folgten auf den Rängen vier und fünf die "Darkmilk" von Milka mit 3723 Stimmen (8,6 Prozent) und die "Frosties" von Kellogg mit 3309 Stimmen (7,7 Prozent).

Packung schrumpft, Preis bleibt gleich

"Wir haben jede Menge Beschwerden zu Mirácoli erhalten", berichtet Armin Valet von der vzhh. Hersteller Mars spart nicht nur am Käse, sondern auch an Tomatensoße und Würzmischung. Doch der Handel verkauft das Nudelgericht nach wie vor zum alten Preis. Einen gesonderten Hinweis auf den reduzierten Inhalt sucht man vergebens auf dem Mirácoli-Karton. "Dabei wäre es ein Leichtes für Mars, ehrlich mit seinen Kunden umzugehen", meint Valet. "Warum bietet man nicht einfach eine zweite Variante mit Käse an?"

Bei Mogelpackungen schrumpft der Inhalt einer Verpackung, während der Preis des Produkts meist unverändert bleibt. Verbraucher bekommen so weniger Ware für ihr Geld. Doch konkrete Hinweise auf die Schrumpfung des Inhalts fehlen demnach oft und die Hersteller versuchen manchmal sogar, die geringere Menge durch quasi identische Packungen zu kaschieren. Fast 2500 Beschwerden über Mogelpackungen gingen im vergangenen Jahr bei der vzhh ein. Aus den Hinweisen haben die Verbraucherschützer eine Liste mit Kandidaten erstellt, die für den Titel nominiert wurden.

In den vergangenen Jahren wurden die Chipsletten von Lorenz Snack-World (2018), das Vitalis-Früchtemüsli von Dr. Oetker (2017), das Evian-Wasser von Danone Waters (2016), die Bebe-Zartcreme von Johnson & Johnson (2015) und die Pampers-Windeln von Procter & Gamble (2014) mit dem Negativpreis ausgezeichnet.

Quelle: ntv.de, awi