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Ost-West-Einkommensvergleich Der Osten holt beim Gehalt langsam auf

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Das Gehaltsgefälle zwischen den neuen und alten Bundesländern schrumpft - so langsam.

Der Mauerfall ist bald 30 Jahre her und die Wiedervereinigung am 3. Oktober zählt auch schon 29 Lenze. Doch wie haben sich in all den Jahren die Gehälter in Ost- und Westdeutschland zueinender entwickelt? Eine aktuelle Studie zeigt: Es geht voran in den "neuen" Ländern. Endlich.

29 Jahre nach der Wiedervereinigung sieht die Bundesregierung deutliche Fortschritte beim wirtschaftlichen Aufholprozess im Osten gegenüber dem Westen der Republik. Politisch dürften ihr viele Entwicklungen zwar weniger gefallen, aber bei entsprechender ökonomischer Entwicklung wird sie wohl darauf hoffen, dass der Aufstieg der AfD ein Ende nimmt.

Zumindest in Sachen Gehältern gibt es auch messbare Indizien dafür, wie eine Auswertung von 188.532 Gehaltsdaten von Fachkräften des Vergleichsportals Gehalt.de zeigt. Bei der Untersuchung wurden Faktoren wie Region, Branche und Beruf berücksichtigt. 

Ergebnis: Das Gehaltsgefälle zwischen den neuen und alten Bundesländern beträgt aktuell noch rund 23,3 Prozent. Was immer noch viel ist - die Tendenz aber Richtung Angleichung geht. Vor zwei Jahren lag das Gehaltsgefälle noch bei 25 Prozent. Außerdem gilt zu beachten, dass auch die Lebenshaltungskosten in Ostdeutschland meist deutlich geringer sind, als im Westen. 

Mehr große Unternehmen im Westen

Aber der Reihe nach. Laut der Untersuchung liegt das durchschnittliche Einkommen über alle neuen Bundesländer hinweg bei rund 38.300 Euro im Jahr. In den alten Bundesländern erreicht das Durchschnittsgehalt rund 47.300 Euro. "Die Ursachen für die Gehaltsunterschiede zwischen den neuen und den alten Bundesländern sind sehr vielseitig. Einer davon ist die Größe der Unternehmen – in den neuen Bundesländern sitzen vermehrt kleinere Betriebe mit entsprechend geringerem Gehaltspotenzial", erklärt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Das höchste Gehalt unter den neuen Bundesländern beziehen Beschäftigte im Land Berlin mit rund 44.500 Euro. Auf dem zweiten Platz liegt Thüringen – hier verdienen Arbeitnehmer rund 38.500 Euro. Das niedrigste Einkommen erhalten Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 34.300 Euro. Auch unter den Landeshauptstädten schneidet Schwerin mit 33.500 Euro im Jahr am schwächsten ab.

Pharmazie in Berlin, Halbleiter in Sachsen

Dresden (36.900 Euro) und Magdeburg (36.300 Euro) liegen im Mittelfeld – hinter Berlin. In anderen ostdeutschen Städten wie Chemnitz (34.000 Euro), Cottbus (32.200 Euro) oder Leipzig (35.400 Euro) stellten die Analysten ein ähnliches Lohnniveau fest. Zum Vergleich: Hessen ist das lukrativste Bundesland für Fachkräfte (54.200 Euro). Unter den Landeshauptstädten belegt Stuttgart mit 53.400 Euro jährlich bundesweit den ersten Rang.

Im Branchenvergleich unter den neuen Bundesländern liegt die Pharmazie in Berlin auf dem ersten Platz – hier verdienen Beschäftigte rund 65.100 Euro jährlich. In Sachsen sticht die Halbleiter-Branche hervor: Arbeitnehmer erhalten in diesem Sektor durchschnittlich 58.700 Euro. Auch das Bankwesen ist für Angestellte in Ostdeutschland lukrativ: In Mecklenburg-Vorpommern erhalten sie beispielsweise 53.600 Euro. Am wenigsten verdienen Beschäftigte dagegen im Einzelhandel, wie zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern (28.000 Euro), Thüringen (28.600 Euro) oder Sachsen (28.400 Euro). 

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Quelle: n-tv.de, awi

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