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Nespresso-Klone im Vergleich Discounter-Kapsel schmeckt am besten

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picture-alliance/ dpa

Kapselkaffee von Nespresso ist gut, aber leider auch unverschämt teuer. Inzwischen gibt es zahlreiche Alternativen, von Markenherstellern ebenso wie von Discountern. Welche taugen etwas?

Der Kaffee ist unverhältnismäßig teuer, die Umweltbilanz verheerend – dem Durst nach Kapselkaffee tut das aber keinen Abbruch. Inzwischen sind die Freunde des Portionskaffees nicht mehr zwangsläufig auf Nespressos Alu-Kapseln angewiesen. Wer sich nicht gleich für ein anderes Kapselsystem entscheidet, kann zwischen diversen Alternativen für die Nespressomaschine wählen. Denn seit 2013 genießt Nespresso für seine Kapseln keinen Patentschutz mehr. Die Stiftung Warentest hat nun sechs Kapselklone zum Vergleichstest antreten lassen. Außerdem haben sich die Tester die Systeme der Konkurrenz etwas näher angesehen.

Die wichtigste Nachricht für Nespresso-Fans: Die Originalkapseln sind zwar die besten, doch es gibt sehr brauchbare Ausweichmöglichkeiten. Alle sechs Kandidaten haben die sensorische Prüfung gut überstanden, Jacobs Momente Lungo Delicato allerdings nur mit einer Zwei minus. "Rauchig und bitter" diagnostizierten die Prüfer, das gefällt nicht jedem. 30 Cent zahlt man hier pro Kapsel, so viel kosten auch die anderen Markenprodukte von Dallmayr und Senseo, die sensorisch beide mit einem glatten "gut" abgeschnitten haben.

Die besten kommen von Netto

Ein Produkt kann dem Original geschmacklich sogar das Wasser reichen: Die Cafèt Lungo-Kapseln vom Netto Markendiscount überzeugten durch einen kaum säuerlichen und wenig bitteren Geschmack und reichlich Crema. In der Gesamtwertung kamen sie nur wegen ihres recht hohen Acrylamidgehalts nicht besser weg. Acrylamid steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Wer sich von der recht hohen Belastung nicht schrecken lässt, bekommt sehr trinkbaren Kaffee für rund 17 Cent pro Kapsel. Zum Vergleich: Die getestete Nespresso-Variante Vivalto Lungo kostet 37 Cent pro Stück.

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Nespressokapseln lassen sich gut recyceln und sollten deshalb nicht einfach im Restmüll landen.

(Foto: imago stock&people)

Die anderen Discounter-Kapseln lagen preislich gleichauf mit der Netto-Variante und waren geschmacklich ebenfalls "gut", schnitten in der Gesamtwertung aber nur "befriedigend" ab. Lidls Bellarom Azzurro Lungo und der Moreno Lungo von Aldi Nord machten in den Nespresso-Maschinen manchmal Zicken. Mal verformten sich die Kunststoffkapseln, mal wurden die Kapseln nicht richtig angestochen, mal tröpfelte der Kaffee nur langsam aus der Maschine.

Andere Maschine, anderer Kaffee

Wenn die Tassen nicht richtig voll wurden – was relativ häufig vorkam – lag das aber nicht unbedingt an der verwendeten Kapsel, sondern an der Maschine. Im Test kamen je ein Gerät von De Longhi und eins von Krups zum Einsatz. Während die De Longhi bei den Werkseinstellungen sehr nah an den Füllvorgaben blieb, floss bei der Krups im Schnitt fast ein Viertel weniger Kaffee in die Tasse als auf der Packung angegeben. Doch nicht nur die Mengen schwanken. Auch bei Geschmack und Crema ergibt es einen Unterschied, mit welcher Maschine der Kaffee bereitet wird. Die Krups brühte tendenziell kräftigeren Kaffee, die De Longhi zauberte im Test die bessere Crema.

Mit einem Marktpreis von gut 90 Euro ist die kleine Krups Inissia derzeit die günstigste Nespresso-Maschine, Automaten mit Milchschauimdüse kosten locker das Doppelte oder mehr. Das lässt Raum für andere Systeme, etwa Cafissimo von Tchibo, Krups Dolce Gusto oder die günstige Tassimo von Bosch. Anders als das Nespresso-System funktionieren sie nicht mit Fremdkapseln. Bis auf Tchibos Cafissimo schnitten alle Kapseln sensorisch gut ab, wenn auch keine an den Geschmack der Nespresso-Kapseln herankam. Der Tassimo-Kaffee hat mit den Lungos der anderen Kandidaten wenig zu tun, sondern kommt ganz ohne Crema und erinnert eher an klassischen Filterkaffee.  

Schlechte Umweltbilanz

Nespressokapseln bestehen bekanntlich aus Aluminium, die anderen Hersteller setzen auf Kunststoff, teils mit Aluminium kombiniert. Umweltfreundlich ist beides nicht, aber welches ist das kleinere Übel? Eine klare Empfehlung kann auch die Stiftung Warentest nicht geben. Aluminium verbraucht sehr viel Energie in der Herstellung, außerdem entsteht bei der Gewinnung giftiger Rotschlamm.

Positiv ist, dass sich das Metall sehr gut recyceln lässt, wenn es denn fachgerecht entsorgt wird. Kapseln aus Kunststoff werden von den Infrarotscannern in den Müllsortieranlagen oft nicht aussortiert und landen dann einfach in der Müllverbrennung. Hinzu kommt, dass sie häufig noch in eine Extrafolie gepackt sind, um das Aroma zu bewahren. Wer mit sauberem Öko-Gewissen Kaffee trinken will, der lässt von Kapseln besser ganz die Finger.

Quelle: n-tv.de, ino

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