Ratgeber

Müsliriegel im Öko-Test Fast jeder zweite ist "mangelhaft"

imago82055295h (1).jpg

Schaut erstmal ganz harmlos aus ...

(Foto: imago images / Westend61)

Wer gerade im Homeoffice vereinsamt, ist besonders in Versuchung, öfter mal zu snacken. Viele denken vielleicht, dass sie sich mit einem Müsliriegel nicht allzu sehr belasten. Doch weit gefehlt, neben reichlich Zucker findet sich oft noch so manches Unerfreuliches.

Müsliriegel sind ein beliebter Snack für den Hunger zwischendurch und fühlen sich als kleine Stärkung deutlich gesünder an als Schokolade. Was einen Müsliriegel mit nennenswerten Getreideanteilen von Schokolade unterscheidet, ist, dass er nicht nur einfachen Zucker enthält, der sofort ins Blut geht, sondern auch reichlich komplexe Kohlenhydrate. Diese verarbeitet der Körper erst nach und nach zu Traubenzucker. Sie liefern somit längerfristig Energie.

Zudem haben die Riegel den ernährungsphysiologischen Vorteil, dass sie Ballaststoffe enthalten. Auch wenn die Anbieter entsprechender Produkte bei den Nährwertangaben diese meist nicht angeben - denn die Information darüber ist freiwillig und gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Knapp jeder zweite "mangelhaft" oder "ungenügend"

Abgesehen vom letzten Punkt klingt das nicht schlecht. Aber nun tritt Öko-Test auf den Plan und zerstört die schöne Illusion vom gesunden Snacken. Die Tester haben 20 Müsliriegel auf Basis von Getreide unter die Lupe genommen, darunter 4 Bioprodukte. Das Ergebnis enttäuscht. Knapp jeder zweite Müsliriegel im Test schneidet nur mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab. Der Hauptkritikpunkt bezieht sich auf Mineralöl, Pestizidrückstände und zu viel Zucker.

Etwa ein Drittel der Riegel hat ein gravierendes Problem mit Mineralölrückständen. Einige enthalten zudem MOAH. Das sind aromatische Kohlenwasserstoffe, unter denen sich auch krebserregende Substanzen befinden können. Wie die Mineralölbestandteile in die Lebensmittel gelangt sind, kann Öko-Test dabei nicht nachvollziehen.

Das besonders bedenkliche Pestizid Glyphosat wurde in zwei getesteten Müsliriegeln nachgewiesen ("Corny Haferkraft Blueberry-Chia" und "Hafervoll Flapjack Cashew Cranberry"). Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC beurteilt Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen. Da aber nur Spuren von Mineralölbestandteilen nachgewiesen werden konnten, erhalten die Artikel noch ein "ausreichend" beziehungsweise "mangelhaft".

Bio-Müsliriegel können punkten

Deutlich härter fiel das Testurteil unter anderem bei nachfolgenden Müsliriegeln aus. Sie wurden wegen Mineralöl- und zudem MOAH-Bestandteilen mit "ungenügend" bewertet. Als da wären: Der "Gletscherkrone Müsliriegel Schoko Banane" von Aldi Nord, der "Granola Müsli Riegel Schoko-Banane" von Penny, der "Korn Mühle Schoko Banane Müsliriegel" von Netto und der "K-Classic Müsliriegel Schoko-Banane" von Kaufland.

Aber immerhin, fünf Müsliriegel erhalten die Note "sehr gut" und vier Produkte bekommen ein "gut". Bestnoten erhielten unter anderem die Bio-Müsliriegel "Hafer Flapjack Nuss" von Allos, der "Müsli Ahorn-Dattel" von Alnatura und der "Müsli Snack Kokos-Amaranth" von Rapunzel.

Quelle: ntv.de, awi