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Christstollen im Test Für drei Euro gibt's kaum Gute

Die Vorweihnachtszeit ist bekanntlich recht kalorienreich, dazu trägt auch der Christstollen bei. Mit dem Dresdner Original kann man nicht viel verkehrt machen. Aber was taugt die Ware vom Discounter?

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Wer keine Rosinen mag, wird mit Stollen nicht glücklich.

Der Stollen gehört zum Adventsgedeck wie Plätzchen und Dominosteine. Wer keine Zeit zum Selberbacken hat, greift auf gekaufte Ware zurück. Die ist allerdings nicht immer ein kulinarischer Hochgenuss, wie die Stiftung Warentest feststellt. Mit original Dresdner Stollen kann man demnach wenig falsch machen, Marzipanstollen sind dagegen oft nur Mittelmaß.

18 Produkte haben die Tester untersucht, darunter fünf original Dresdner Christstollen. Diesen Namen dürfen nur Stollen tragen, die in Dresden oder in einer von zwölf Ortschaften rund um die sächsische Landeshauptstadt gebacken werden. Für sie darf nur Butter oder Butterschmalz verwendet werden, außerdem müssen sie bestimmte Mindestmengen an Sultaninen, Zitronat und Orangeat sowie Mandeln enthalten. Die Rezeptur geht auf: "Alle fünf Dresdner sind geschmacklich spitze, lobt die Stiftung Warentest. Die Stollen überzeugten durch aromatische Butter und ausgewogene Trockenfrüchte. Ein "Sehr gut" gab es in der Sensorikprüfung für alle Dresdner im Test, wobei die beiden Christstollen von Emil Reimann und Lafer Confiserie Collection nahezu makellos waren. Der Reimann-Stollen gehört mit seinen acht Euro pro Kilo auch zu den günstigeren unter den Premium-Produkten. Andere Hersteller rufen bis zu 20 Euro auf.

Marzipanstollen meist mit Billig-Fett

Marzipanstollen müssen nicht mit Butter gebacken werden. Die meisten Hersteller setzen stattdessen auf Palmfett oder auf Rapsöl. Auch beim Marzipan greifen viele auf billigere Zutaten zurück. Statt hochwertiger Marzipanrohmasse verwenden sie Edelmarzipan. Das klingt erlesen, dabei ist Edelmarzipan nur mit Zucker versetzte Rohmasse. Die beiden besten Marzipanstollen im Test sind auch die teuersten: Sie kommen vom Lübecker Marzipanspezialisten Niederegger und von Emil Reimann aus Dresden. Ein Kilo kostet im Schnitt 22 bzw. 20 Euro. Anders als die großen Dresdner Stollen wird das Marzipangebäck aber oft auch in kleineren Einheiten zwischen 250 und 750 Gramm verkauft.

Beim Discounter sind die Stollen groß und billig, 2,99 Euro verlangen Aldi, Lidl und Co. für ihre Ein-Kilo-Stücke. Die Lidl-Ware ist geschmacklich immerhin gut und liegt hier gleichauf mit dem etwas teureren Gebäck von Edeka, Real oder Lieken Urkorn. Die anderen Billig-Stollen waren dagegen allenfalls Mittelmaß. "Brotartig" fanden die Tester den Geschmack bei Penny und Aldi Süd, der Netto-Stollen hatte leichte Pflanzenfettnoten und hinterließ ein etwas klebriges Mundgefühl. Für ein "Befriedigend" reichte es aber. Die Produkte von Norma und Aldi Nord kamen dagegen nicht über ein "Ausreichend" hinaus. "Brotartig, brandig und flach" seien Geruch und Geschmack beim Norma-Stollen, die stückigen Zutaten seien zudem ungleichmäßig verteilt, notierten die Sensorik-Prüfer. Die Ware von Aldi-Nord bezeichneten sie als trocken, "leicht gärig und sehr süß".  

Egal wie er schmeckt: Eine Diätmahlzeit ist Stollen nie. Die Dresdner kommen im Schnitt auf 417 Kalorien pro 100 Gramm, Marzipanstollen sind mit durchschnittlich 398 Kalorien unwesentlich weniger belastend. Wer auf die Linie achtet, kommt bei Edeka mit 377 Kalorien noch am besten weg. Die Marzipan-Variante von Niederegger schlägt mit 448 Kalorien am meisten ins Kontor.

Quelle: n-tv.de, ino

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