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Krankmeldung mal einfach Gelber Schein soll abgeschafft werden

Wer als Arbeitnehmer krank ist, muss dennoch dafür Sorge tragen, dass die Krankschreibung rechtzeitig den Arbeitgeber erreicht. Ansonsten drohen Konsequenzen. Zumindest diese Sorge sollen Beschäftigte in Zukunft nicht mehr haben.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will Unternehmen und deren Angestellte von aufwändigem Papierkram entlasten. Der CDU-Politiker legte nach Angaben seines Ministeriums vom Dienstag den Entwurf für ein Bürokratie-Entlastungsgesetz vor, das den Firmen künftig den Umgang mit Dokumenten in Papierform ersparen soll - so etwa bei Krankschreibungen. An ihre Stelle sollen digitale Formate treten. Das Einsparvolumen wird auf mindestens 1,1 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

"Überbordende Bürokratie belastet die Wirtschaft, hemmt Innovationen und schwächt den Wirtschaftsstandort Deutschland", heißt es in dem Entwurf. Der Vorlage zufolge soll etwa der "gelbe Zettel" bei Arbeitsunfähigkeit durch eine elektronische Bescheinigung ersetzt werden. Das Archivieren elektronisch gespeicherter Steuerunterlagen soll vereinfacht werden. Auch die Meldescheine aus Papier im Hotelgewerbe soll es künftig in digitaler Form geben.

"Arbeitnehmer müssen noch immer ihre Krankschreibungen bei ihrem Arbeitgeber in Papierform einreichen", heißt es in dem Entwurf. "Der damit verbundene manuelle Bearbeitungsaufwand ist angesichts der fortschreitenden Digitalisierung nicht mehr zeitgemäß."

Unternehmen als auch ihre Mitarbeiter entlasten

Künftig sollten die Krankenkassen den Arbeitgeber auf Abruf elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers sowie über den Zeitpunkt des Auslaufens der Entgeltfortzahlung informieren. "Durch die Digitalisierung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung werden sowohl die Unternehmen als auch ihre Mitarbeiter erheblich entlastet", argumentiert das Wirtschaftsministerium.

Grundsätzlich muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer "unverzüglich" mitteilen. Bisher muss die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit, also an Tag vier, beim Arbeitgeber sein. Das Wochenende zählt dabei mit. Wer am Freitag fehlt, muss am Montag also die Bescheinigung vorlegen. Aber Vorsicht: Der Arbeitgeber darf von der gesetzlichen Regelung abweichen und von Arbeitnehmern schon ab dem ersten Tag eine Bescheinigung verlangen oder im Arbeitsvertrag eine andere Frist festlegen. Hier muss sich der Arbeitnehmer erkundigen, was für ihn gilt.

Das Bürokratie-Entlastungsgesetz war in der großen Koalition vor allem ein Anliegen der Union. Bei einem Koalitionsausschuss Mitte Mai hatten sich die Regierungsparteien darauf geeinigt.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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