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Auflage zum Spenden Geldgeschenk an Ehefrau absetzen?

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Grundsätzlich gilt: Spenden können bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte als Sonderausgaben abgezogen werden.

(Foto: imago stock&people)

Mit Spenden kann man seine Steuerlast senken. Doch was gilt, wenn man vorher den Betrag geschenkt bekommen hat und sich das Finanzamt deshalb querstellt? Der Bundesfinanzhof hat dazu ein Urteil gesprochen.

Wer in seiner Steuererklärung Spenden angibt, kann dadurch seine Steuerlast senken. Der Spendenabzug ist auch dann möglich, wenn etwa ein Ehemann den Geldbetrag seiner Frau zuvor geschenkt hat - mit der Auflage, einen Teilbetrag an einen gemeinnützigen Verein weiterzugeben.

Voraussetzungen dafür sind: Das Ehepaar wird zusammen veranlagt und im Schenkungsvertrag besteht diese Auflage. Das geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) hervor (Az.: X R 6/17).

Im verhandelten Fall schenkte ein Ehemann seiner Frau 400.000 Euro. Die Frau spendete daraufhin an zwei gemeinnützige Vereine 130.000 Euro. Die Vereine stellten ihr eine Spendenbescheinigung aus. Doch das Finanzamt erkannte den Spendenabzug mit der Begründung nicht an, die Frau hätte nicht freiwillig gehandelt, sondern vielmehr aufgrund der Verpflichtung im Schenkungsvertrag. Der Argumentation folgte das Finanzgericht.

Freiwillig gespendet oder nicht?

Die BFH-Richter sahen den Fall anders. Der Spendenabzug sei dem zusammenveranlagten Paar zu gewähren, wenn der Mann der Klägerin die Summe mit der Auflage geschenkt hat, einen Teilbetrag weiterzugeben. Die Vorinstanz muss nun noch klären, ob in diesem speziellen Fall eine solche Auflage bestand. Die Voraussetzung der Freiwilligkeit bestehe laut BGH auch, wenn es zwar eine rechtliche Verpflichtung zur Spende gibt, die Frau dieser aber freiwillig nachkommt.

Grundsätzlich gilt: Spenden können bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte als Sonderausgaben abgezogen werden. Wird diese Grenze überschritten, kann der übersteigende Betrag im Folgejahr bis zum Höchstbetrag steuermindernd abgesetzt werden. Wird auch für das Folgejahr die Grenze überschritten, wiederholt sich das Ganze im jeweils nächsten Jahr. Die nicht ausgeschöpften, vorzutragenden Beträge werden vom Finanzamt gesondert festgestellt.

Für die Spende muss es einen Nachweis geben, eine sogenannte Zuwendungsbestätigung. Diese muss Angaben zum Spender und zum Empfänger enthalten, unter anderem Name und Adresse. Bei Spenden bis zu 200 Euro genügt ein Einzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung des Kreditinstituts.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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