Ratgeber

Gold und Silber kaufen? Immer neue Rekorde: Wie man in Edelmetalle investieren kann

20.01.2026, 19:17 Uhr
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Je größer die Einheit des erworbenen Silber- oder Goldstücks, desto geringer der Aufschlag zum aktuellen Kurs. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Für Gold- und Silberkurse scheint es derzeit nur eine Richtung zu geben: nach oben. Der anhaltende Aufschwung könnte manche Anlegerinnen und Anleger zum Einstieg bewegen. Nur wie?

Schon seit Monaten erreichen die Kurse für Gold und Silber immer neue Höhen. Anlegern gelten die Edelmetalle - vor allem Gold - als sicherer Hafen in politisch unsicheren Zeiten. Silber ist zudem als Industriemetall gefragt. Die steigende Nachfrage befeuert die Preise. Inwiefern können Anleger an diesem Boom teilhaben?

Profitieren können Max Schmutzer von der Stiftung Warentest zufolge aktuell vor allem diejenigen, die bereits in die Edelmetalle investiert und nun eine gute Möglichkeit haben, sich von Teilen ihrer Investments zu trennen. Die gewinnbringenden Verkäufe sind insbesondere dann sinnvoll, wenn der Anteil der Edelmetalle im eigenen Portfolio durch die Aufschwünge deutlich gestiegen ist und wieder auf den gewünschten Anteil gestutzt werden soll.

Aufschlag bei Münzen höher als bei Barren

Wer hingegen jetzt erst einsteigen möchte, kann sich überlegen, ob er Gold oder Silber in physischer Form, zum Beispiel als Münzen oder Barren, erwerben möchte oder in Form von Wertpapieren. Bei physischen Edelmetallen rät Schmutzer dazu, die Stücke in einem sicheren Tresor oder einem entsprechend versicherten Bankschließfach aufzubewahren, um sie vor Diebstahl zu schützen. Das bringt entsprechende Folgekosten mit sich.

Außerdem gut zu wissen: je größer die Einheit des erworbenen Silber- oder Goldstücks, desto geringer der Aufschlag zum aktuellen Kurs. Bei Münzen ist der Aufschlag zudem größer als bei Barren.

Wer auf den physischen Besitz verzichten kann, findet in sogenannten ETCs (Exchange Traded Commodities) Schmutzer zufolge eine preiswerte und praktische Anlagealternative. Diese börsengehandelten Rohstoffe lassen sich ähnlich wie börsengehandelte Indexfonds (ETFs) ins Depot buchen.

Ihr Vorteil: Sie sind günstig, jederzeit handelbar und verursachen kaum Folgekosten. Ihr Nachteil: Laut Schmutzer handelt es sich bei den ETCs rechtlich gesehen nur um Schuldverschreibungen, die bei einer möglichen Pleite des Anbieters nichts mehr wert sein könnten.

Die Stiftung Warentest stuft diese Ausfallgefahr allerdings als gering ein, sofern die ETCs mit physischem Gold oder Silber abgesichert sind. Beim Kauf sollten Anlegerinnen und Anleger also auf diesen Umstand achten.

Edelmetall-Anteile im Portfolio sollten gering bleiben

Was Interessierte außerdem auf dem Schirm haben sollten: "Es gab in der Vergangenheit auch immer wieder Phasen, in denen Goldpreise über Jahre gefallen sind", sagt Max Schmutzer. Für Silberpreise gilt dasselbe. Geldanlage-Expertin Nadine Graf vom Ratgeberportal "Finanztip" gibt außerdem zu bedenken, dass breit gestreute Aktien-ETFs in den vergangenen 50 Jahren etwa eine doppelt so hohe Rendite eingebracht haben wie Gold.

Graf hält es deswegen grundsätzlich nicht für notwendig, das weltweite Aktien-ETF-Portfolio zum Beispiel um einen Gold-Anteil zu ergänzen. Es könne zwar "die Schwankungen des Aktien-Portfolios abfedern". Mehr als zehn Prozent des Gesamtvermögens sollten die Edelmetall-Investments aber nicht ausmachen. Der Stabilisierungseffekt könnte sonst verpuffen und Anlegerinnen und Anleger ließen sich langfristig Rendite entgehen.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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