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Sehnsucht nach dem Kind Kann man die Besuchsreise absetzen?

Studiengebühren sind keine außergewöhnliche Belastung, demnach nicht von der Steuer absetzbar. (Bild: dpa)

Nicht alles was zusätzlich Geld kostet, kann als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.

(Foto: dpa)

Den Fiskus an den finanziellen Belastungen des Lebens teilhaben lassen. Das geht - grundsätzlich. Es wird aber auch immer wieder darüber gestritten, welche Kosten das Finanzamt anerkennen muss. So auch bei den Reisekosten.

Außergewöhnliche Belastungen“ liegen vor, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands erwachsen. Aufwendungen sind dann außergewöhnlich, wenn sie nicht nur ihrer Höhe, sondern auch ihrer Art und dem Grunde nach außerhalb des Üblichen liegen. Die typischen Aufwendungen der Lebensführung sind dagegen ungeachtet ihrer Höhe im Einzelfall aus dem Anwendungsbereich des ausgeschlossen."

Soweit das im Einkommensteuergesetzes (EStG). Und damit zu einem Fall, bei dem ein Berufssoldat in seiner Einkommensteuererklärung Aufwendungen für Besuchsfahrten nach Straßburg zu seiner damals 16-Jährigen Tochter in Höhe von 719 Euro als außergewöhnliche Belastungen geltend, die das beklagte Finanzamt allerdings nicht anerkannte. Dagegen klagte der Familienvater.

Ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz (Az.: 2 K 2360/14) befand, dass es sich bei den angegebenen Reisekosten nicht um außergewöhnliche, sondern um typische Aufwendungen der allgemeinen Lebensführung handle, die bereits durch den Familienleistungsausgleich (Kinderfreibetrag und Kindergeld) abgegolten seien. Demnach sei eine räumliche Trennung zwischen Eltern und ihrem minderjährigen Kind nicht unüblich, zum Beispiel dann, wenn das Kind in einem Internat oder Heim untergebracht ist oder aber weil die Eltern getrennt leben.

Laut FG habe bereits der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Kosten, die ein nicht sorgeberechtigter Elternteil für die Pflege des Eltern-Kind-Verhältnisses aufbringe, der allgemeinen Lebensführung zuzuordnen und durch den Familienleistungsausgleich ausreichend berücksichtigt seien. Das Gleiche müsse auch für Eltern gelten, denen das Sorgerecht für ihre Kinder gemeinsam zustehe bzw. die zusammen lebten und ihr im Ausland lebendes Kind besuchen würden. 

Quelle: n-tv.de, awi