Ratgeber

Policen im Finanztest Kein Rechtsschutz ist "sehr gut"

Bei der Suche nach einem Rechtsschutz-Tarif sollten Kunden sich nicht von Extras wie einer telefonischen Rechtsberatung blenden lassen, rät die Stiftung Warentest. Foto: Mascha Brichta

Rechtsschutzversicherte müssen bei juristischen Auseinandersetzungen bei der Wahl ihres Anwalts auf der Hut sein.

(Foto: dpa)

Streit im Leben gibt es immer wieder mal. Mitunter ist dann juristische Hilfe gefragt. Eine Rechtsschutzversicherung kann das Kostenrisiko auffangen. Viele Tarife sind auch gut - doch die Preisunterschiede sind groß, wie Finanztest informiert.

Ärger im Job, ein Streit mit dem Nachbarn oder ein Verkehrsunfall: Bei mancher Auseinandersetzung ist juristische Hilfe gefragt. Doch ein Anwalt kostet Geld. Gegen dieses Risiko kann man sich mit einer Rechtsschutzversicherung absichern. Sie gehören aber nicht zu den existenziell wichtigen Policen, können allerdings sinnvoll sein.

Doch um ein Rundumsorglospaket handelt es sich bei den Policen nicht: Kostenschutz und Leistungsumfang variieren erheblich, wie Finanztest festgestellt hat. Für die April-Ausgabe ihrer Zeitschrift haben die Tester 60 Rechtsschutzversicherungen verglichen und bewertet. 26 Angebote haben das Qualitätsurteil "gut" erhalten, 33 waren "befriedigend" und eine Versicherung nur "ausreichend". Der Versicherungsumfang der DMBRS "Securo Premium" (Note 3,6) konnte die Tester nicht überzeugen.

Aber so wertvoll die Rechtsschutzversicherung im Streitfall in den Lebensbereichen Privat, Beruf, Verkehr auch sein kann: Sie ist kein Schutz für jeden denkbaren rechtlichen Ärger. Im Dickicht der Versicherungsbedingungen wird beschrieben, welche Lebensbereiche versichert und welche Fälle vom Versicherungsschutz ausgenommen sind. Hier durchzublicken, ist schwierig. Deshalb rät Finanztest, zu prüfen, welche Rechtsschutzbausteine wirklich gebraucht werden. Zum Beispiel benötigen Gewerkschaftsmitglieder den Baustein Beruf nicht unbedingt und Mitglieder von Mietervereinen können oft auf den Baustein Wohnen verzichten. Die Policen im Test schließen die Familie der versicherten Person mit ein; für Alleinstehende sind die Jahresbeiträge niedriger.

Preis-Leistungs-Sieger für 267 bis 308 Euro

Die besten Rechtsschutzpakete bestehend aus den Bausteinen Privat, Beruf und Verkehr (PBV) bieten der Tarif "Premium" der ADAC Versicherung" (Jahresbeitrag 365 Euro), der Tarif "Aktiv Premium" und der Tarif "Aktiv Premium Flex" der Arag (Jahresbeitrag 478 bis 683 Euro). Eine günstigere Alternative ist die "PBV Plus" von Huk-Coburg (Note 2,2) – mit einem Jahresbeitrag von 267 bis 308 Euro ist sie der Preis-Leistungs-Sieger des Tests.

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Aus Sicht der Experten ist es grundsätzlich ratsam, einen Tarif mit Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro abzuschließen. Diese Selbstbeteiligung ist bei den oben genannten Tarifen bereits berücksichtigt. Ohne diese verteuert sich der Jahresbeitrag oft um mehr als 100 Euro. Höhere Selbstbeteiligungen hingegen senken den Beitrag nicht mehr deutlich. Anders als bei der Haftpflicht und anderen Versicherungen zahlt sich ein Wechsel des Tarifes oder der Versicherung nur selten aus, da die älteren Angebote meist besser sind als neue.

Rechtsschutzversicherte müssen bei juristischen Auseinandersetzungen bei der Wahl ihres Anwalts auf der Hut sein. Denn nicht immer werden alle Kosten von der Versicherung gedeckt. Dies ist dann der Fall, wenn der Anwalt nicht nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) abrechnet. Verlangt der Anwalt einen höheren Stundensatz, kann es sein, dass der Mandant die Mehrkosten selbst tragen muss. Verbraucher sollten den Anwalt daher im Vorfeld einer Rechtsberatung nach den Kosten fragen.

Quelle: ntv.de, awi

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