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Inflation zieht an Mit welchem Tages- und Festgeld ist jetzt noch was zu holen?

30.04.2026, 11:09 Uhr
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Die Durchschnittszinsen bundesweit verfügbarer Angebote für Tagesgeld liegen derzeit bei 1,32 Prozent. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Heute steht erneut ein EZB-Zinsentscheid an. Finanz-Auguren rechnen heute nicht mit Veränderungen - trotz des Anstiegs der Verbraucherpreise. Die Realzinsen durchschnittlicher Sparanlagen sind in den Minusbereich abgesackt.

Parken Banken und Sparkassen Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB), erhalten sie derzeit dafür noch 2,00 Prozent Zinsen. Heute steht erneut ein Zinsentscheid der Notenbanker an. Erwartet wird, dass die EZB den Zins unverändert lässt, trotz des Anstiegs der Teuerungsrate auf aktuell 2,9 Prozent.

Über alle Laufzeiten sind die Festgeldzinsen seit Beginn des Iran-Kriegs deutlich gestiegen. Bei Anlagen mit einer Laufzeit von zwei Jahren kletterten die Durchschnittszinsen seit Kriegsbeginn um 0,18 Prozentpunkte von 2,07 auf aktuell 2,25 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Anfang 2025. Bei den Festgeldern mit fünf Jahren Laufzeit ging es ebenfalls nach oben. Hier stiegen die Durchschnittszinsen seit Kriegsbeginn von 2,23 auf aktuell 2,37 Prozent. Damit sind die Durchschnittszinsen für beide Anlagezeiträume in den letzten zwei Monaten so stark gestiegen wie seit dem Herbst 2023 nicht mehr. Festgelder mit sehr langen Laufzeiten von zehn Jahren kletterten von 2,51 auf 2,68 Prozent, was dem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren entspricht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox.

Wichtiger als der nominelle Zinssatz ist für Sparer aber der Realzins - also die tatsächliche Wertentwicklung ihrer Anlagen unter Berücksichtigung der inflationsbedingten Teuerung. Bei einer Inflationsrate von aktuell 2,9 Prozent bringen durchschnittliche Festgelder unabhängig von der Laufzeit derzeit eine negative Realrendite. Bei Festgeldern mit zwei Jahren Laufzeit stehen sie im Schnitt bei minus 0,65 Prozent. Selbst die sehr langfristigen Festgelder mit zehn Jahren Laufzeit schaffen es mit einem Realzins von minus 0,22 Prozent nicht über die Nulllinie. 

Wer sein Geld in durchschnittlich verzinsten Sparprodukten anlegt, wird gemessen an der realen Kaufkraft derzeit ärmer. Nach wie vor finden Sparer im Markt aber auch Festgeldangebote, die eine Verzinsung oberhalb der laufenden Teuerung bieten. Die marktweit höchsten Zinsen für Anlagen mit zwei Jahren Laufzeit etwa liegen aktuell bei 3,2 Prozent. Wer sein Geld nur für ein Jahr fest anlegen möchte, kann in der Spitze 3 Prozent Zinsen einstreichen (beide J&T Direktbank aus Tschechien).

Festgeldkonten im Vergleich

Über drei Prozent sind drin

Anders als beim Festgeld gibt es bei den Tagesgeldern in der Breite des Marktes nur eine sehr dezente Aufwärtstendenz. Im letzten Dreivierteljahr sind die Tagesgeldzinsen lediglich um 0,04 Prozentpunkte gestiegen. Aktuell liegen die durchschnittlichen Bestandskundenzinsen bundesweit verfügbarer Tagesgeldangebote bei 1,32 Prozent.

Deutlich niedriger fallen die Tagesgeldzinsen bei den regionalen Kreditinstituten aus: Die Sparkassen bieten Tagesgeldanlegern im Durchschnitt nur 0,38 Prozent Zinsen. Bei regionalen Genossenschaftsbanken wie den örtlichen Volks- und Raiffeisenbanken liegen die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen mit 0,43 Prozent geringfügig höher.

Tagesgeldkonten im Vergleich

Wer Angebote vergleicht, kann sich aber noch wesentlich attraktivere Konditionen sichern. Aktuell bieten 20 Banken Zinssätze in Höhe von 3 Prozent oder mehr. Jedoch gelten die Konditionen hier nur befristet für einen begrenzten Zeitraum und die Angebote lohnen sich deshalb vor allem für Sparer, die bereit sind, ihr Geld gelegentlich umzuschichten und nach dem Auslaufen der Neukundenkonditionen erneut zu wechseln. Aktuell gibt es bei Raisin 3,50 Prozent Zinsen für 3 Monate. Bei der Consorsbank sind es 3,4 Prozent. Die Angebote richten sich nur an Neukunden.

Quelle: ntv.de, awi

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