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Die vzhh wirft Netto Taschenspielertricks vor (Bildquelle: Verbraucherzentrale Hamburg).
Die vzhh wirft Netto Taschenspielertricks vor (Bildquelle: Verbraucherzentrale Hamburg).
Mittwoch, 05. September 2018

Mogeln mit der Mogelpackung : Netto wegen Babybel-Schwindelei abgemahnt

Bei manchen Produkten schrumpft der Inhalt, während der Preis gleich bleibt. Solche versteckten Preiserhöhungen gelten ohnehin als Mogelpackung. Wird entsprechende Ware dann auch noch als "billiger" angeboten, machen Verbraucherschützer ernst.

So ein Käse - gerade erst wurden die Mini-Babybel-Käselaibe des Unternehmens Bel Deutschland GmbH von der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) zur Mogelpackung des Monats August gekürt. Denn klammheimlich wurde hier die Füllmenge reduziert. In den verschiedenen Netzen ist jetzt meist ein Käselaib weniger drin.   

So sind zum Beispiel in den kleinen Netzen nur noch fünf (100 Gramm) statt wie bisher sechs Käselaibe (120 Gramm) enthalten. Doch der Preis pro Netz liegt nach Angeben der vzhh beispielsweise in mehreren Edeka-Filialen in Hamburg meist weiterhin bei 1,89 oder 1,99 Euro. Was einer versteckten Preiserhöhung von 20 Prozent entspricht. Viele Verbraucherbeschwerden, die bei der Verbraucherzentrale aus ganz Deutschland eingegangen sind, bestätigen diese Masche.

Auch in Discountern wie Netto oder Penny schrumpfte die Anzahl der Käselaibe von sieben (140 Gramm) auf jetzt nur noch sechs Stück (120 Gramm). Mit der Reduzierung der Füllmenge sank der Verkaufspreis teilweise um 10 Cent, unterm Strich ist der Käse aber trotzdem teurer (10 Prozent). Teilweise gibt es auch noch Großpackungen mit bislang zehn Stück (200 Gramm), die auf neun Stück (180 Gramm) zusammengeschrumpft sind. Bei gleichem Preis wurde der Käse hier um 11,1 Prozent teurer.

Schummeleien mit der Mogelpackung

Besonders bunt trieb es nach Angaben des vzhh der Netto Marken-Discount. Dieser hatte auf seinem Preisschild am Regal - zumindest in einer Filiale in Hamburg - die neuen geschrumpften Mini Babybel Netze mehrfach mit "Billiger" beworben. Zwar senkte Netto in der Tat den Verkaufspreis von 1,79 Euro auf 1,69 Euro, doch schrumpfte auch der Inhalt von 140 auf 120 Gramm. Unterm Strich stieg der Grundpreis pro 100 Gramm von 1,28 Euro auf 1,41 Euro. Der Käse wurde also nicht - wie beworben - günstiger, sondern um zehn Prozent teurer.

Dafür kassierte Netto dann auch eine Abmahnung der Verbraucherschützer wegen irreführender Werbung. Nun hat sich der Discounter gegenüber der Verbraucherzentrale verpflichtet, das Produkt "Mini Babybel" nicht mehr mit der Aussage "Billiger" zu bewerben, wenn sich trotz eines günstigeren Endpreises der Grundpreis für Verbraucher erhöht hat. 

Quelle: n-tv.de