Ratgeber

Rechtsschutz nach Unfall Nur wenige Tarife sind "sehr gut"

imago61167200h.jpg

Kommt es zu einem Unfall, kann eine gute Verkehrsrechtsschutzversicherung helfen.

(Foto: imago/Gerhard Leber)

Nach einem Unfall oder Streit im Straßenverkehr landen die Fälle gerne vor Gericht. Die Kosten für Anwalt, Gutachter und Gericht übernimmt meist der Verkehrsrechtsschutz. Ein genauer Blick in die Bedingungen lohnt aber, wie Finanztest weiß.

Ein Rechtsstreit vor Gericht nach einem Unfall kann schnell teuer werden. Aus Sicht der Stiftung Warentest ist deshalb ein Verkehrsrechtsschutz sinnvoll. Doch nicht alle Versicherer decken Kosten ab, wenn es etwa um Ärger beim Carsharing oder Mietwagen geht.

Wichtig beim Abschluss eines Vertrages ist es deshalb, genau auf die Bedingungen zu achten. Laut Stiftung Warentest erstatten Versicherer maximal die gesetzlich geregelten Anwaltsgebühren. Wer ein höheres Honorar mit einem Anwalt vereinbart, muss die Differenz zahlen. Vorsicht gilt auch beim Wechsel des Anwaltes. Die Versicherer übernehmen meist nicht die Kosten für den neuen Rechtsanwalt.

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" (1/2019) hat 130 Tarife von 34 Rechtsschutzversicherern untersucht. Darunter waren Tarife für Familien und Alleinstehende jeweils ohne eigenes, mit einem oder mehreren Fahrzeugen. Bewertet wurden unter anderem die Höhe der Deckungssumme, der Verzicht auf Wartezeiten sowie der Umfang des weltweiten Schutzes.

Viele Tarife konnten nicht überzeugen. Wer sich als Verkehrsteilnehmer gegen Streitigkeiten absichern will, die mit Anwalt oder vor Gericht ausgetragen werden und sehr teuer werden können, ist gut beraten, in den vorderen Tabellenplätzen nach einer geeigneten Police zu suchen. Mit und ohne Selbstbehalt zahlt man dafür je nach Modellkunde um die 100 bis 200 Euro im Jahr.

Wer Carsharing nutzt oder oft Autos mietet, sollte darauf achten, dass auch Mietwagen inklusive sind. Bei vielen alten Verträgen ist das der Fall, weshalb die Experten raten, sich den eigenen Vertrag genau anzusehen, bevor man Hals über Kopf wechselt.

Insgesamt 23 Tarife bekamen die Note "sehr gut", 22 Tarife waren "gut" - ganz vorne bei allen Modellfällen lagen ADAC, Advocard, Allianz, Allrecht/Deurag, LVM, WGV und wgv-himmelblau.

Sehr gute Tarife für Singles gibt es ab 49 Euro pro Jahr, bei einem Selbstbehalt von 150 Euro. Familien mit einem Auto zahlen ab 70 Euro pro Jahr, ohne dass sie einen Anteil der Kosten übernehmen müssen. Die Tester raten Interessierten, einen Tarif ohne Selbstbehalt zu wählen, wenn die Preisdifferenz gering ist.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

Mehr zum Thema