Ratgeber

Naschkatzen aufgepasst Nur zwei Milchschokoladen sind gut

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Schmecken tun ja einige Schokoladen im Test.

(Foto: imago/blickwinkel)

Schokolade? Geht immer. Umso wichtiger ist es, dass sie auch schmeckt und die Qualität stimmt. Falls nicht, drohen im ersten Fall zumindest keine Speckröllchen - im zweiten aber unter Umständen Gesundheitsgefahren. Öko-Test verrät, wo unbesorgt zugelangt werden darf.

Keine guten Nachrichten für Milchschokoladen-Liebhaber, denn viele der Tafeln sind durch Mineralöl verunreinigt, wie Öko-Test bei der Untersuchung von 25 entsprechenden Produkten zu Preisen zwischen 0,49 und 2,19 Euro herausfindet. Nur zwei Produkte wurden in dieser Hinsicht nicht von den Testern beanstandet. Ausdrücklich gelobt werden darf was die Verunreinigung mit Mineralöl anbetrifft die Milchschokolade von Dennree und Ritter Sport. 

Stark - oder sogar sehr stark erhöhte Werte der gesundheitsgefährdenden Stoffe wurden hingegen bei 15 Schokoladen festgestellt. Gesättigte Mineralöle (MOSH) reichern sich im Körper an und können Organe schädigen. Aber immerhin hat das von Öko-Test beauftragte Labor keine krebsverdächtigen MOAH-Verbindungen nachgewiesen.

Mangelnde Transparenz

Mineralöle können auf verschiedene Weise ihren Weg in die Schokolade finden. Zum Beispiel über für den Transport der Kakaobohnen verwendete Jutesäcke, die mit Ölen behandelt werden, über in der Produktion verwendete Maschinenöle oder über Abgase aus Industrie und Verkehr. Aber auch Druckfarben auf Altpapier-Verpackungen können einen Eingangsweg darstellen, falls solche Kartons beim Transport oder bei der Lagerung der Rohwaren zum Einsatz kommen.

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Nachdem das geklärt ist, nun zu den beiden einzigen Testsiegern. Für insgesamt "gut" wurde die "Rapunzel Dunkle Vollmilch, Hand in Hand" (2,19 Euro) und die "Ritter Sport Alpenmilch" (0,65 Euro) befunden. Letztere Schokolade kann bei Rewe für 1,19 Euro erworben werden. Beide konnten nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch Kinderarbeit bei der Kakaoernte weitestgehend ausschließen.

Bei den Prüfkriterien zu ansonsten fairen Arbeitsbedingungen bei der Kakaoproduktion und der Transparenz sah es in der Masse der Hersteller allerdings weniger gut aus. Nur Rapunzel, Gepa und Dm konnten ihre gesamte Lieferkette bis zurück zu den Kakaobauern offenlegen. Woran liegt's? Im Gegensatz zu Kaffee ist bei Kakao nicht einmal zertifizierte Ware (Fairtrade oder UTZ) automatisch rückverfolgbar. Die Rückverfolgbarkeit ist aber die Grundvoraussetzung für Verbraucher, um etwa Menschenrechtsverletzungen und illegale Entwaldungen überhaupt zu erkennen. An dieser Stelle werden Naschkatzen, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, also weitestgehend alleingelassen.

Fünf Mal schlecht, zwei Mal noch schlechter

Bleibt also nur, sich an dem Gesamtergebnis zu orientieren. Womit wir bei den "mangelhaft" oder sogar als "ungenügend" bewerteten Schokoladen wären. Angefangen bei der Dennree Vollmilch Schokolade ("mangelhaft"). Die kann zwar bei den Inhaltsstoffen überzeugen, und auch die Sensorik ist okay, aber eben leider nicht Kakaoproduktion und Transparenz. Die "Dm Bio Vollmilch Schokolade" von Naturland weist hingegen sogar sehr stark erhöhte, über dem Orientierungswert liegende gesättigte Mineralöle auf. Gleiches gilt für die "Hachez Dunkle Vollmilch" (beide "ungenügend").

Wegen zumindest stark erhöhter MOSH-Werte und mieser Transparenz bekommen die "Alpia Alpenvollmilchschokolade", die "Lindt Vollmilch aus Alpenvollmilch", die "Milka Alpenmilch" und die "Prinzessin Feodora Hochfeine Vollmilch" von den Testern ein "mangelhaft" verpasst. 

Quelle: n-tv.de, awi