Ratgeber

Warentest prüft grünes Gold Olivenöl im Test: Zwei fallen durch

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Olivenöl steht für Gesundheit, Genuss und südländische Lebensart.

(Foto: imago images / Panthermedia)

Olivenöl geht immer, ganzjährig. Doch nicht nur damit das mediterrane Lebensgefühl stimmt, sollte auch die Qualität passen und das grüne Gold schmecken. In ihrer neuen Untersuchung kann die Stiftung Warentest immerhin 15 von 27 Ölen empfehlen. Zwei davon riechen und schmecken hervorragend.

Zunächst erstmal die Bitte, folgende Bilder abzurufen: In einer wildromantischen Landschaft stehen in flirrender Hitze knorrige Olivenbäume, an denen das grüne Gold reift. Um später, im Herbst und Winter, von fleißigen Bauern im Familienkollektiv geerntet zu werden ... Schön, oder? Aber weiter im Text.

Wenn das fertige Öl dann in Supermarktregalen in klimatisch unwirtlicheren Gegenden Europas zum Kauf angeboten wird, greifen deutsche Verbraucher gerne zu. Der Pro-Kopf-und-Jahr-Verbrauch in Deutschland liegt bei immerhin rund einem Liter. Schließlich steht Olivenöl für Gesundheit, Genuss und südländische Lebensart. Da es jetzt in Deutschland so langsam frisch wird, kann eine mediterrane Ernährung für warme Gedanken sorgen. Unverzichtbarer Protagonist einer solchen Kost ist Olivenöl. Das sollte dann auch schmecken und von guter Qualität sein. Und immerhin 15 von 27 Ölen der höchsten Güteklasse "nativ extra" kann die Stiftung Warentest in seinem neuen Test empfehlen.

Gute Qualität für 5,35 Euro pro Liter

Das spanische Bio-Öl "art' gerecht Phenolio" und das italienische Bio-Olivenöl "Selezione Gustini Antico Frantoio della Fattoria" bekommen als einzige ein sehr gutes sensorisches Urteil - sie riechen und schmecken hervorragend, sind aber mit 48 beziehungsweise 40 Euro pro Liter doch ziemlich teuer. Beide erhalten das Gesamturteil "gut" (Note 1,8).

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Andere gute Olivenöle im Test sind preiswerter. Das beste klassische Marken-Öl "Bertolli Originale" kostet 9,10 Euro pro Liter, das beste Discounter-Öl "Lidl Primadonna" ist für nur 5,35 Euro zu haben (beide "gut", 2,3) Insgesamt überzeugt mehr als die Hälfte, darunter auch viele Bio-Öle.

Zwei Öle fallen im Test durch. Das Produkt "Alnatura Natives Olivenöl extra" schmeckt ranzig. Doch geschmackliche Fehler sind in der höchsten Güteklasse nicht erlaubt. Die entsprechende Verordnung listet insgesamt 15 Fehler auf, darunter stichig, essigartig und modrig. Auch ranzig darf Olivenöl nicht schmecken. Dann ist es entweder alt oder wurde zu lange Licht oder Sauerstoff ausgesetzt. Das Produkt hätte laut der Tester nicht als "nativ extra" verkauft werden dürfen und ist deshalb "mangelhaft".

Weichmacher in allen Produkten

Das sehr teure "Nocellara" von Oil & Vinegar (52 Euro, "mangelhaft") fällt durch, weil es sehr hoch mit dem Weichmacher DEHP belastet ist. DEHP kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Weichmacher konnte Warentest auch in allen anderen Ölen nachweisen, allerdings nur in geringen bis sehr geringen Mengen. Eine akute Gefahr geht von dem Öl nicht aus, aber Weichmacher in so hohen Gehalten sind vermeidbar.

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Das gilt auch für vier Öle, die vergleichsweise hoch mit den Mineralölkohlenwasserstoffen Moah und/oder Mosh belastet sind. Diese vier Öle landen bei der Schadstoffprüfung nur bei einem "ausreichend".

Übrigens: Das beliebteste Öl hierzulande ist nicht Oliven-, sondern das heimische Rapsöl, gefolgt von Sonnenblumenöl. Erst dann kommt das grüne Gold aus dem Mittelmeerraum.

Quelle: ntv.de, awi

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