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Geschützt Geld verdienen Recht auf rauchfreien Arbeitsplatz?

Der eine darf nicht bei der Arbeit rauchen, der andere bemängelt, dass er beim Schaffen schädlichem Tabakrauch ausgesetzt ist. Stellvertretend für letzteren Typus klagt ein Croupier eines Casinos gegen die Qualmerei. Das Bundesarbeitsgericht muss entscheiden.

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Grundsätzlich haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz.

(Foto: dpa)

Viele Unternehmen haben einen Raucherraum um ihren rauchenden Mitarbeitern den Nikotinkonsum zu ermöglichen, ohne die nicht rauchende Belegschaft zu gefährden. Beschäftigte von Gaststätten oder Spielcasinos, bei denen das Landesrecht das Rauchen erlaubt, haben hingegen keinen Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz. Dies hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschieden (Az: 9 AZR 347/15).

In dem verhandelten Fall arbeitet ein Mann in einem Spielcasino als Croupier. Dort ist nach einer Ausnahmeregelung des hessischen Nichtrauchergesetzes das Rauchen an der Bar und in einem Raucherraum erlaubt. Der Raucherraum und der Barbereich sind mit einer Klimaanlage und einer Be- und Entlüftungsanlage ausgestattet. Der Croupier hat innerhalb eines Dienstplanblocks von sechs Tagen im Durchschnitt ein bis zwei Schichten und damit sechs bis zehn Stunden im Raucherraum zu arbeiten. Zudem kann es durch kurzfristig erforderliche Vertretungen auch zu einem erhöhten Einsatz im Raucherraum kommen.

Das Casino setzt Angestellte, die ein ärztliches Gutachten vorlegen, aus dem sich ihre gesundheitliche Beeinträchtigung durch das Arbeiten im Raucherbereich ergibt, dort nicht mehr ein. Der spätere Kläger wollte auch ohne entsprechendes Attest erreichen, dass er ausschließlich im Nichtraucherraum eingesetzt wird.

Ohne Erfolg. Laut Bundesarbeitsgericht hätten Arbeitnehmer zwar grundsätzlich einen Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz. Allerdings nur, wenn sich der Arbeitgeber nicht auf eine Ausnahmeregelung des jeweiligen Landes-Nichtraucherschutzgesetzes berufen kann. Zudem sei der Arbeitgeber seiner Pflicht nachgekommen, "die Gesundheitsgefährdung zu minimieren", da der Raucherraum separiert und auch besonders belüftet ist. Noch dazu werde der Mann nicht ausschließlich in der "Gefahrenzone" eingesetzt, befand das Gericht. 

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Quelle: n-tv.de, awi

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